Anbauregionen

Tabak schmeckt nach seiner Herkunft. Boden, Klima, Sorte und die Hände, die ihn ernten und fermentieren, prägen jedes Blatt – so wie beim Wein. Diese Rubrik porträtiert die Regionen, die den Charakter der Tabake der Welt bestimmen.

Tabakfeld im Abendlicht mit Arbeitern bei der Blatternte, dahinter eine hölzerne Trockenscheune und Hügel im Dunst
Boden, Klima und Hände: Ein Tabakfeld mit Trockenscheune zeigt, was ein Terroir ausmacht.

Warum Tabak nach seiner Herkunft schmeckt

Wer dieselbe Saat an zwei Orten auspflanzt, erntet zwei verschiedene Tabake. Das ist keine Weinbau-Romantik, sondern tägliche Erfahrung der Pflanzer: Leichte, sandige Böden wie in der Vuelta Abajo, im Connecticut Valley oder auf den Hochflächen um Cruz das Almas bringen dünne, feine, gut brennende Blätter hervor; schwere, nährstoffreiche Böden liefern dicke, dunkle, gehaltvolle. Karge Hänge, auf denen kaum etwas anderes gedeiht, zwingen den Orienttabak zu winzigen Blättern voller Harze und Duft, und die aus alten Laven und Tuffen verwitterten Böden um Estelí gelten als Quelle von Pfeffer und Würze. Was Boden, Klima und Lage im Blatt anrichten, erklärt die Seite Die Tabakpflanze im Grundsatz; diese Rubrik zeigt es an dreizehn Landschaften.

Zum Terroir gehört der Himmel. Zigarrentabak der Karibik und Mittelamerikas wächst in der Trockenzeit, außerhalb der Sturm- und Regenmonate, und wird bewässert; in Ecuador und im Osten Kameruns streut eine fast beständige Wolkendecke das Licht, und in Connecticut wie auf Kuba spannt man Gaze über die Felder, um dieselbe Wirkung zu erzielen: dünne, feinadrige, elastische Deckblätter. Hinzu kommen die Hände. Ob ein Veguero in Pinar del Río seine Scheune Tor für Tor lüftet, ob ein Pflanzer im Black Patch die Glut unter dem Sägemehl schwelen lässt oder eine Familie in Kasungu ihre Blätter mit trockenem Gras zu Vierergruppen näht – Trocknung, Fermentation und die Überlieferung des Handwerks gehören so sehr zum Terroir wie der Boden. Deshalb lässt sich eine große Herkunft nicht verlegen: Sorten reisen, Verfahren lassen sich lernen, doch die Verbindung aus Boden, Klima und gewachsener Anbaukultur gibt es nur an einem Ort.

Zwei Tabakwelten: Zigarre und Zigarette

Die dreizehn Porträts dieser Rubrik verteilen sich auf zwei Welten, die sich schon bei der Trocknung trennen. Die eine ist die der Zigarrentabake: luftgetrocknet in hohen Scheunen und anschließend über Wochen und Monate im Stapel fermentiert. Zu ihr gehören acht Regionen – die Vuelta Abajo, das Cibao-Tal, die drei Täler Nicaraguas, das Connecticut Valley, das Deckblattland um Quevedo in Ecuador, Sumatra und Java, die Mata Fina in Bahia und das Deckblattgebiet Zentralafrikas. In dieser Welt denkt man in drei Blattfunktionen: Die Einlage trägt Körper und Stärke, das Umblatt hält sie zusammen, und das Deckblatt, hauchdünn und makellos, bestimmt Optik und ersten Eindruck. Manche Regionen liefern alle drei, andere haben sich auf eine spezialisiert – Ecuador, Kamerun und Deli auf Sumatra fast ausschließlich auf das Deckblatt, das Cibao traditionell auf die Einlage.

Die andere Welt ist die der großen Welttypen, nach denen der Handel seine Rohstoffe ordnet: heißluftgetrockneter Virginia, luftgetrockneter Burley, sonnengetrockneter Orient und feuergetrockneter Kentucky. Vier Porträts gehören hierher: Virginia und die Carolinas, wo der Bright Leaf und mit ihm die Zigarette entstanden; Kentucky und Tennessee mit Burley im Bluegrass und Dark Fired im Black Patch; die Orientlandschaften zwischen Izmir und Prilep; und Simbabwe und Malawi, Afrikas große Lieferanten von Flue-cured und Burley. Hier zählt weniger die einzelne Lage als der Grad – Blattetage, Farbe, Qualität –, und das Blatt geht fast immer in eine Mischung. Die Typenkunde dazu steht auf der Seite Tabaksorten.

Das dreizehnte Porträt, die deutschen Anbaugebiete in Pfalz, Baden und Uckermark, gehört zu beiden Welten: Über Jahrhunderte lieferten sie dunklen, luftgetrockneten Zigarrentabak wie den Geudertheimer, heute wächst dort fast nur noch heißluftgetrockneter Virgin, der zum größten Teil in die Wasserpfeife geht.

Wie die Rubrik aufgebaut ist

Jedes Porträt folgt demselben Weg: Lage und Geschichte, Klima und Böden, Sorten und Anbauweise, Ernte, Trocknung und Fermentation, dann das Aroma und die Frage, wo das Blatt am Ende steckt – in der Zigarre, in der Zigarette, in der Pfeife oder in der Wasserpfeife. Fast jede Seite endet mit einer Vergleichstabelle der Lagen oder Tabake und einem Praxistipp, wie man die Herkunft selbst erschmeckt. Die Zahlen stammen aus Tabakbehörden, Versuchsstationen, Agrarzensen und Fachliteratur; wo Pflanzer und Verkoster nur Erfahrungen überliefern, steht das so da.

Man kann die Rubrik der Reihe nach lesen, von Kuba bis in die Pfalz, oder entlang eines Interesses – die Lesepfade weiter unten schlagen Reihenfolgen vor. Wer das Vokabular erst kennenlernen will, beginnt mit den Grundlagen: zur Botanik, zum Anbaujahr und zu den Blattetagen die Seite Die Tabakpflanze, zu den Sorten und ihrer Trocknung die Seite Tabaksorten, zu Trocknung, Fermentation und Reifung die Seite Verarbeitung.

Alle 13 Regionen auf einen Blick, mit Lagekarte und filterbar nach Verwendung, Aromafamilie und Erdteil, zeigt der Regionen-Atlas.

Themen

Was ein Terroir ausmacht

Der Begriff stammt aus dem Weinbau und meint beim Tabak das Zusammenspiel von acht Faktoren, die in jedem Porträt dieser Rubrik wiederkehren.

Die Regionen im Vergleich

Die Tabelle verdichtet die dreizehn Porträts auf je eine Zeile. Die Charakterangaben sind verbreitete Verkostungsbeschreibungen, keine Messwerte; Jahrgang, Blattetage und Mischung entscheiden mit.

RegionLandTypische Sorte und TrocknungVerwendungCharakter in drei Worten
Vuelta AbajoKubaCriollo 98, Corojo 99; luftgetrocknet, mehrstufig fermentiertEinlage, Umblatt und Deckblatt der Zigarreerdig, würzig, feinsäuerlich
Connecticut ValleyUSAConnecticut Shade unter Tuch, Broadleaf in der Sonne; luftgetrocknet, fermentierthelles Deckblatt (Shade); Maduro-Deckblatt und Umblatt (Broadleaf)seidig, mild, cremig – oder süß, erdig, dunkel
Virginia und die CarolinasUSABright Leaf; heißluftgetrocknet (flue-cured)Zigarette, Pfeifentabak (Flakes, Plugs)hell, süß, zitrisch
Kentucky und TennesseeUSABurley luftgetrocknet; Dark Fired feuergetrocknet über Eiche und HickoryZigarette (American Blend), Pfeife, Kau- und Schnupftabak, Toscano-Zigarrenussig, trocken, kakaoartig – oder rauchig, dunkel, kräftig
Sumatra und JavaIndonesienDeli, Besuki NO und TBN, Vorstenlanden; luftgetrocknet, fermentiertDeckblatt (Deli, Besuki TBN); Umblatt und Einlage (Besuki NO, Vorstenlanden)dünn, zurückhaltend, fein-würzig
Mata Fina und RecôncavoBrasilienBrasil-Bahia, Cubra; Sonnenanbau, luftgetrocknet im Galpão, lang fermentiertMaduro- und Natural-Deckblatt, Umblatt, Einlage; Zigarillos nach Brasil-Artdunkel, süß, erdig
Estelí, Jalapa und CondegaNicaraguaCriollo- und Corojo-Linien, Connecticut-Saat; Sonnen- und Schattenanbau, luftgetrocknet, im Pilón fermentiertEinlage (Ligero aus Estelí, Seco aus Jalapa), Deckblatt (Jalapa), Umblattpfeffrig, kräftig, dunkelsüß
Cibao-TalDominikanische RepublikOlor Dominicano, Piloto, San Vicente; luftgetrocknet im Rancho, fermentiertEinlage und Umblatt, seit den 1990er-Jahren auch Deckblattelegant, cremig, ausgewogen
Kamerun und ZentralafrikaKamerun, Zentralafrikanische RepublikCameroon aus Sumatra-Saat unter Wolken; luftgetrocknet, behutsam fermentiertDeckblattgezähnt, pfeffrig, leise süß
OrientTürkei, Griechenland, NordmazedonienIzmir, Samsun, Basma, Katerini, Yaka, Prilep; sonnengetrocknet an SchnürenWürze in Zigarette (American Blend) und Pfeife (English, Balkan); Ausgangsblatt des Latakiablumig, würzig, harzig
EcuadorEcuadorEcuador Connecticut, Ecuador Sumatra, Corojo-Deckblatt aus Ecuador; Wolkenschatten, luftgetrocknet, fermentiertDeckblatt, aus zweiter Wahl Umblattseidig, elastisch, vielseitig
Simbabwe und MalawiSimbabwe, MalawiFlue-cured Virginia (Simbabwe), Burley (Malawi); Heißluft beziehungsweise LuftZigarette, Pfeifenmischungensüß, vollmundig (Flavour) – oder neutral, sauber (Filler)
Pfalz, Baden, UckermarkDeutschlandfrüher Geudertheimer und Burley luftgetrocknet, heute Virgin heißluftgetrocknetfrüher Zigarre und Feinschnitt, heute vor allem Wasserpfeifentabakhell, zuckerreich, melassefreundlich

Deckblatt, Umblatt, Einlage: welche Region was liefert

Eine Premiumzigarre außerhalb Kubas ist fast immer ein Gemeinschaftswerk mehrerer Länder, und die Arbeitsteilung folgt dem Terroir. Deckblätter verlangen gedämpftes Licht, leichte Böden und eine schonende Fermentation; Umblätter müssen reißfest sein und geschmacklich zurücktreten; die Einlage trägt den Charakter und verträgt die volle Sonne. Kuba ist der Sonderfall, weil die Vuelta Abajo alle drei Blattarten hervorbringt – wie man eine kubanische Zigarre auswählt und raucht, zeigt die Schwesterseite kubanischezigarren.org.

BlattWas es können mussRegionen in dieser RubrikTypische Beispiele
Deckblatt (Capa)dünn, elastisch, feinadrig, makellos, gleichmäßig gefärbt, zuverlässig glimmendEcuador, Connecticut Valley, Deli auf Sumatra, Ostkamerun, Jalapa, Mata Fina und Arapiraca, San Luis und Partido auf KubaEcuador Connecticut, Connecticut Shade, Deli-Sandblatt, Cameroon, Mata Fina Maduro, Corojo-Deckblatt aus Ecuador
Umblatt (Capote)reißfest, elastisch, gut brennbar, geschmacklich zurückhaltendCibao, Java, Connecticut Valley, Vuelta Abajo, Mata FinaOlor Dominicano, Vorstenlanden, Besuki NO, Broadleaf, Volado aus San Juan y Martínez
Einlage (Tripa)Körper, Stärke, Aroma und Abbrand aus mehreren BlattetagenVuelta Abajo, Estelí, Condega, Jalapa, Ometepe, Cibao, Mata Fina, Mata Norte, Arapiraca, JavaLigero aus Estelí, Piloto, Seco aus Jalapa, Brasil-Bahia, Vorstenlanden

Das Deckblatt macht nur einen kleinen Teil des Gewichts aus, prägt aber den ersten Eindruck, weil es auf den Lippen liegt und außen verbrennt; die Stärke dagegen kommt aus der Einlage – ein dunkles Maduro aus Broadleaf oder Mata Fina macht eine Zigarre süßer, nicht automatisch kräftiger. Wie die drei Blätter zusammengesetzt werden, beschreibt die Seite Tabakprodukte; was ein Puro ist und warum Ecuador auf keiner Kiste steht, obwohl sein Blatt außen liegt, erklären die Porträts von Nicaragua und Ecuador.

Praxistipp: Herkunft erschmeckt man am besten paarweise. Man nimmt zwei Zigarren ähnlichen Formats, die sich nur in einem Punkt unterscheiden – zwei Deckblätter auf derselben Einlage oder zwei Einlagen unter demselben Deckblatt –, lässt sie einige Wochen im selben Humidor ruhen und raucht sie am selben Tag nacheinander, mit Wasser dazwischen. Man achtet weniger auf die Stärke als auf Säure (lebendig in der Vuelta Abajo, zurückhaltend im Cibao), Süße (schon im kalten Zug spürbar bei Bahia-Tabak, als dunkler Grund unter dem Pfeffer in Nicaragua) und Nachhall. Pfeffer zeigt sich am deutlichsten, wenn man etwas Rauch langsam durch die Nase ausatmet; den Zahn eines Kamerun-Deckblatts spürt man schon mit der Fingerkuppe. Bei Pfeife und Feinschnitt verrät die Farbe der Fasern den Typ: goldgelb und glänzend der Virginia, matt rotbraun der Burley, klein und gelbrot der Orient. Wie man dafür anschneidet, stopft und anzündet, zeigen die Seiten Zigarre anschneiden und anzünden und Pfeife stopfen und anzünden.

Lesepfade

Die Rubrik lässt sich in verschiedenen Reihenfolgen lesen, je nach Interesse.

Für die Zigarre

Man beginnt in der Vuelta Abajo, weil dort das Vokabular entsteht – Sol und Tapado, Volado, Seco und Ligero, Pilón und Escogida –, und geht dann ins Cibao-Tal und nach Nicaragua, wo dieselben Begriffe auf andere Böden und andere Sorten treffen. Danach folgen die Deckblattländer in der Reihenfolge ihrer Entstehung: Connecticut mit der Erfindung des Schattenzelts, Ecuador, das es durch den Himmel ersetzt, Sumatra, dessen Saat beiden voranging, die Mata Fina als Schule des Maduro und zuletzt Kamerun als Sonderfall mit Zahn. Wer die kubanische Seite vertiefen will, findet sie auf der Schwesterseite kubanische-zigarren.org; wie man die Ausbeute solcher Vergleiche lagert, steht unter Humidor einrichten.

Für Zigarette und Pfeife

Hier liest man entlang der vier Trocknungsverfahren: zuerst Virginia und die Carolinas für die Heißluft und den Zucker, dann Kentucky und Tennessee für Luft und Feuer, den Orient für die Sonne und zuletzt Simbabwe und Malawi, wo dieselben Typen heute in großer Menge wachsen. Wie die Typen in der Pfeife zusammenfinden, zeigen Mischungsfamilien und Latakia und Perique; die Geschichte der Zigarette erzählt die Schwesterseite zigarette.com.

Für die Heimat

Die deutschen Anbaugebiete liest man am besten zusammen mit dem Abschnitt Tabakanbau in Deutschland und der Seite Tabakmuseen und Kulturorte. Der deutsche Faden zieht sich aber auch durch die Ferne: Bremen und Hamburg als Häfen des Bahia- und des Sumatra-Tabaks, das Cibao, das im 19. Jahrhundert Rohtabak nach Deutschland verschiffte, Zigarrenfabrikanten aus Bremen und Melle in Bahia und eine Familie mit badischen Wurzeln, die das Kamerun-Deckblatt vor dem Verschwinden bewahrte.

Begriffe, die in dieser Rubrik vorkommen

Wer von hier weitergeht: Die Rubrik Genuss & Praxis zeigt, wie man die Blätter dieser Regionen lagert, anschneidet und mit Getränken verbindet; Pfeifentabak führt Virginia, Burley, Orient und Kentucky in die Mischung; und Tabakkultur erzählt von den Manufakturen, Museen und Bräuchen, die aus den Tabaklandschaften hervorgegangen sind.

Häufige Fragen

Warum schmeckt Tabak nach seiner Herkunft?

Weil Boden, Klima, Licht und Verarbeitung gemeinsam im Blatt wirken. Leichte, sandige Böden ergeben dünne, feine, gut brennende Blätter, schwere Böden dicke und kräftige, karge Hänge kleine, harzreiche. Trockenzeit oder Wolkendecke, Gaze oder volle Sonne formen Textur und Ölgehalt, und Trocknung und Fermentation geben dem Blatt zuletzt seinen Charakter. Dieselbe Saat liefert deshalb an zwei Orten zwei verschiedene Tabake – gut, aber anders. Ein Terroir lässt sich nicht verlegen.

Bedeutet ein Name wie Virginia, Sumatra oder Connecticut immer die Herkunft?

Nein. „Virginia“ bezeichnet im Handel heißluftgetrockneten Tabak, gleich ob er in North Carolina, Simbabwe, Brasilien oder der Pfalz wächst. „Sumatra“ und „Connecticut“ stehen auf vielen Zigarren nur für die Saatlinie: Ecuador Connecticut ist Connecticut-Saat aus Ecuador, Ecuador Sumatra kein Tabak aus Indonesien, und das Kamerun-Deckblatt geht auf Sumatra-Saat zurück. Als Faustregel nennt bei zweiteiligen Angaben das erste Wort das Anbauland, das zweite die Saat. Blatt aus dem Tal selbst erkennt man an Zusätzen wie „USA Connecticut Shade“ oder „Deli“.

Welche Regionen liefern Deckblätter, welche Einlage?

Deckblätter brauchen gedämpftes Licht und leichte Böden; sie kommen vor allem aus Ecuador, dem Connecticut Valley, aus Deli auf Sumatra, aus Kamerun und aus dem Tal von Jalapa, als dunkles Maduro auch aus der Mata Fina und von Connecticut Broadleaf. Einlagen vertragen volle Sonne und tragen den Charakter: Sonnentabak der Vuelta Abajo, Ligero und Seco aus Estelí, Piloto und Olor aus dem Cibao, Mata Norte und Arapiraca. Umblätter stellen Olor Dominicano, die Java-Tabake und Broadleaf. Kuba liefert in der Vuelta Abajo alle drei Blattarten.

Was unterscheidet Schattentabak von Sonnentabak?

Das Licht. Unter Gaze – Tapado auf Kuba, Shade in Connecticut – oder unter der natürlichen Wolkendecke Ecuadors und Ostkameruns wachsen große, dünne, feinadrige und gleichmäßig gefärbte Blätter, wie sie ein Deckblatt braucht. In voller Sonne werden die Blätter dicker, öliger und aromareicher; aus ihnen entstehen Einlage und Umblatt und nach langer Fermentation die Maduro-Deckblätter aus Broadleaf oder Bahia-Tabak. Sonnengewachsene Deckblätter gibt es ebenfalls, etwa aus Nicaragua und Ecuador; sie sind derber und kräftiger.

Wo fängt man an, wenn man Herkünfte kennenlernen will?

Mit Paaren statt mit Einzelstücken. Zwei Zigarren ähnlichen Formats, die sich nur im Deckblatt oder nur in der Einlage unterscheiden, zeigen im direkten Wechsel, was die Herkunft beiträgt; bei der Pfeife leisten dasselbe ein heller Virginia neben einem Burley oder eine Mischung mit und ohne Orient. Zum Lesen bietet sich die Vuelta Abajo als Einstieg an, weil dort das Vokabular der Zigarrenwelt entsteht, für Zigarette und Pfeife das Porträt von Virginia und den Carolinas.