Tabakwaren im Überblick

Aus ein und demselben Rohstoff – dem getrockneten, fermentierten Blatt der Tabakpflanze – entsteht eine erstaunlich weit gefächerte Produktwelt: Zigaretten und Feinschnitt, Zigarren und Zigarillos, Pfeifentabak in Dutzenden Schnitten, Wasserpfeifentabak, Schnupf- und Kautabak, Snus und die Tabaksticks elektrischer Erhitzer. Diese Seite beschreibt jede Kategorie so, wie ein gutes Fachbuch es täte: woher sie kommt, wie sie hergestellt wird, wie sie in der Praxis konsumiert wird und welche Rolle sie am Markt spielt. Was alle Kategorien gemeinsam haben – Nikotin und ein erhebliches Gesundheitsrisiko –, steht nicht am Rand, sondern bei jedem Produkt dort, wo es hingehört; die Zusammenfassung dazu bietet die Seite Gesundheit.

Inhalt

  1. Was die Kategorien voneinander trennt
  2. Die Zigarette: das Massenprodukt
  3. Zigarre und Zigarillo
  4. Pfeifentabak und Tabakspfeife
  5. Wasserpfeifentabak (Shisha)
  6. Schnupftabak
  7. Kautabak, Snus und Nikotinbeutel
  8. Tabakerhitzer (Heat-not-Burn)
  9. Nischen und regionale Formen
  10. Die Kategorien im Vergleich

Was die Kategorien voneinander trennt

Produktfamilie des Tabaks – Flatlay-Stillleben aller Produktkategorien aus einem Rohstoff
Ein Rohstoff, viele Formen: Vom fermentierten Blatt führen die Wege zu Zigarette, Zigarre, Pfeife, Wasserpfeife, Schnupf- und Oraltabak und zum erhitzten Tabakstick.

Drei Fragen genügen, um jedes Tabakprodukt einzuordnen. Erstens: Wird der Tabak verbrannt, nur erhitzt oder gar nicht erwärmt? Zigarette, Zigarre und Pfeife arbeiten mit offener Glut, deren Kern mehrere hundert Grad heiß ist; die Wasserpfeife verschwelt einen feuchten Tabak über glühender Kohle unterhalb der Verbrennungstemperatur; der Tabakerhitzer arbeitet ebenfalls ohne Verbrennung, bei einigen hundert Grad; Schnupf-, Kau- und Oraltabak kommen ganz ohne Wärme aus. Da die meisten schweren Schadstoffe erst bei der Verbrennung entstehen, ist diese Frage zugleich die wichtigste für das Risikoprofil. Zweitens: Auf welchem Weg gelangt das Nikotin in den Körper? Über die Lunge, wenn der Rauch inhaliert wird, über die Mundschleimhaut beim Paffen und bei Oraltabak, über die Nasenschleimhaut beim Schnupfen. Die Lunge ist der schnellste Weg: Innerhalb weniger Sekunden erreicht der Wirkstoff das Gehirn, was die Zigarette zum abhängigkeitserzeugendsten Produkt der ganzen Familie macht. Drittens: In welcher Form liegt der Tabak vor? Als feiner Schnitt, als ganzes Blatt, als grober Flake, als gemahlenes Pulver, als feuchte Masse oder als gepresste Tabakfolie.

Hinter diesen Unterschieden steht eine Eigenschaft, die selten erklärt wird, aber vieles verständlich macht: der Säuregrad des Rauchs. Heißluftgetrocknete Virginia-Tabake behalten viel Blattzucker, ihr Rauch ist leicht sauer und lässt sich ohne größeren Hustenreiz tief inhalieren – das Nikotin wird dann in der Lunge aufgenommen. Luftgetrocknete dunkle Tabake, wie sie in Zigarren, Pfeifentabak und Kautabak dominieren, liefern einen alkalischen Rauch, der beim Inhalieren scharf im Hals steht, dessen Nikotin aber schon von der Mundschleimhaut aufgenommen wird. Deshalb pafft man Zigarren und inhaliert Zigaretten – nicht aus Etikette, sondern aus Chemie. Welche Tabaktypen welchen Charakter haben, beschreibt die Seite Tabaksorten; was Trocknung und Fermentation mit dem Blatt machen, die Seite Verarbeitung.

Auch das Recht ordnet nach ähnlichen Linien. Das deutsche Tabakerzeugnisrecht kennt Rauchtabakerzeugnisse (Zigaretten, Zigarren, Zigarillos, Feinschnitt, Pfeifen- und Wasserpfeifentabak), rauchlose Tabakerzeugnisse (Kautabak, Schnupftabak, Tabak zum oralen Gebrauch) und neuartige Tabakerzeugnisse, zu denen die Tabaksticks der Erhitzer zählen. E-Zigaretten und pflanzliche Raucherzeugnisse werden im selben Gesetz mitgeregelt, obwohl sie keinen Tabak enthalten. Die Tabaksteuer zieht ihre Grenzen wiederum etwas anders: Sie erfasst Zigaretten, Zigarren und Zigarillos, Rauchtabak, erhitzten Tabak und Wasserpfeifentabak – Schnupf- und Kautabak dagegen nicht. Details dazu unter Recht & Steuer.

Historisch haben sich die Kategorien nacheinander abgelöst, ohne dass eine ganz verschwunden wäre. Die indigenen Kulturen Amerikas kannten bereits alle Grundformen – Blattrolle, Pfeife, Schnupfpulver und Kaubissen –, Europa übernahm sie im 16. Jahrhundert und wechselte dann die Leitform etwa alle hundert Jahre: die Tonpfeife im 17. Jahrhundert, der Schnupftabak im 18., die Zigarre im 19. und die Zigarette im 20. Jahrhundert. Ob das 21. Jahrhundert einer erhitzten oder rauchlosen Form gehört, ist offen. Die Seite Geschichte verfolgt diese Abfolge im Detail; hier geht es um die Produkte selbst.

Die Zigarette: das Massenprodukt

Geschichte

Die Zigarette ist die jüngste der klassischen Rauchformen und zugleich die folgenreichste. Ihre Vorläufer waren Tabakreste, die Bettler in spanischen Städten aus weggeworfenen Zigarrenstummeln in Papier drehten – die papelate. Über Frankreich, wo die staatliche Tabakregie im 19. Jahrhundert die ersten industriell gefertigten „cigarettes“ anbot, und über den Krimkrieg, in dem britische und französische Soldaten die Gewohnheit von türkischen Verbündeten und russischen Gegnern übernahmen, verbreitete sich das Format in Europa. In Deutschland war Dresden die Zigarettenhauptstadt: Hier eröffnete 1862 die erste deutsche Zigarettenfabrik, hier entstand mit der 1909 fertiggestellten Yenidze eine Fabrik in Gestalt einer Moschee, die bis heute das Stadtbild prägt. Bis ins frühe 20. Jahrhundert blieb die Zigarette gleichwohl ein Nischenprodukt neben Zigarre und Pfeife.

Den Durchbruch brachte die Maschine. Die 1881 patentierte Rollmaschine von James Albert Bonsack, ab 1884 in den Fabriken von James Buchanan Duke im Einsatz, stellte in einer Minute her, wofür ein geübter Handroller fast eine Stunde brauchte, und ließ die Stückkosten ins Bodenlose fallen. Zusammen mit dem Streichholz, mit Sammelbildern, Plakatwerbung und den Soldatenrationen zweier Weltkriege wurde aus dem Nischenprodukt binnen zwei Generationen das meistkonsumierte Tabakprodukt der Welt. In der Nachkriegszeit diente die Zigarette in Deutschland zeitweise als Ersatzwährung. Der Filter, in den 1950er-Jahren als Antwort auf die ersten großen Gesundheitsstudien eingeführt, veränderte das Produkt ein letztes Mal grundlegend – und wurde binnen zwei Jahrzehnten zum Standard.

Aufbau und Herstellung

Eine Zigarette besteht aus einem Tabakstrang in einer Papierhülle, dem Filter und dem Mundstückbelag („Tipping Paper“), der beides verbindet. Der Tabak ist fein geschnitten – typischerweise deutlich unter einem Millimeter breit – und stammt bei einer American Blend aus heißluftgetrocknetem Virginia, luftgetrocknetem Burley und sonnengetrocknetem Orient, ergänzt um Soßen und Aromen (Casing und Topping), die der zuckerarme Burley besonders gut aufnimmt. Reine Virginia-Mischungen, traditionell im britischen Einflussbereich verbreitet, kommen ohne Burley und meist mit weniger Zusätzen aus; dunkle, luftgetrocknete Tabake prägten lange die französische Zigarette. Wie diese Stile zustande kommen, beschreibt die Seite Tabaksorten.

Neben dem Blatttabak enthält der industrielle Strang Bestandteile, die außerhalb der Fabriken kaum bekannt sind. Rekonstituierter Tabak (Tabakfolie) entsteht, indem Tabakstaub, Rippen und Bruch zu einem Brei aufgeschlossen, auf einer Papiermaschine zu einer Bahn gegossen und wieder geschnitten werden – so wird Material verwertet, das sonst Abfall wäre, und die Rezeptur lässt sich exakt steuern. Expandierter Tabak wird mit Kohlendioxid oder anderen Gasen aufgebläht und füllt bei gleichem Gewicht mehr Volumen, was den Strang leichter macht. Geschnittene, gewalzte Rippen ergänzen die Mischung. Das Zigarettenpapier selbst ist ein technisches Produkt: Seine Porosität und die zugesetzten Verbrennungsregulatoren – meist Citrate – bestimmen, wie schnell die Zigarette glimmt; seit Anfang der 2010er-Jahre verlangt die EU zudem Papier mit eingelassenen Bändern, die die Glut zum Erlöschen bringen, wenn nicht gezogen wird (verminderte Brandneigung). Der Filter besteht fast immer aus Celluloseacetat-Fasern mit einem Weichmacher; ein Ring feiner Löcher im Mundstückbelag (Filterventilation) verdünnt den Rauch mit Nebenluft und senkt die maschinell gemessenen Werte für Teer und Nikotin – im realen Konsum kompensieren viele Raucher das, indem sie tiefer ziehen oder die Löcher mit Fingern und Lippen verdecken. Genau deshalb sind Bezeichnungen wie „light“ oder „mild“ in der EU seit Langem verboten.

Moderne Strangmaschinen formen aus dem geschnittenen Tabak einen endlosen Strang, umhüllen ihn mit Papier, verkleben die Naht, schneiden ihn ab und setzen die Filter an – in einem Tempo von vielen tausend Stück pro Minute; die Verpackungslinie dahinter faltet Innenfolie, Schachtel, Warnhinweis und Steuerzeichen im selben Takt. Die gängigen Längen heißen Regular (etwa 70 Millimeter), King Size (etwa 84 Millimeter) und 100s; Slim- und Superslim-Formate sind dünner und enthalten entsprechend weniger Tabak. Ausführlicher als jede Zusammenfassung behandelt die Schwesterseite zigarette.com Aufbau und Inhaltsstoffe der Zigarette.

Feinschnitt: Drehen und Stopfen

Wer Zigaretten selbst herstellt, greift zu Feinschnitt. Zum Drehen wird eine kleine Menge Tabak in ein Blättchen gerollt, wahlweise mit einem Drehfilter aus Schaumstoff oder Acetat; zum Stopfen wird der Tabak mit einer Stopfmaschine in vorgefertigte Filterhülsen gepresst. Für das Stopfen wird bevorzugt Volumentabak angeboten, der expandiert ist und daher pro Gramm mehr Hülsen füllt. Feinschnitt war in Deutschland lange steuerlich günstiger gestellt als die Fabrikzigarette, weshalb Preiserhöhungen regelmäßig einen Teil der Raucher vom fertigen Produkt zum Selbstgemachten bewegen; der Gesetzgeber hat diese Lücke über die Jahre schrittweise verkleinert. Aus gesundheitlicher Sicht ändert das Selbstdrehen nichts Wesentliches: Der Rauch einer selbstgedrehten Zigarette enthält dieselben Verbrennungsprodukte, und selbstgedrehte Zigaretten werden häufig ohne oder mit einfacheren Filtern geraucht.

Konsumpraxis und Markt

Die Zigarette ist ein Produkt der Kürze: wenige Minuten, zehn bis fünfzehn Züge, tief inhaliert. Kein anderes Tabakprodukt liefert Nikotin so schnell und so fein dosierbar; Raucher steuern über Zugtiefe und Zugfrequenz unbewusst ihren Blutspiegel. Diese Effizienz ist der Grund, warum die Zigarette nicht nur das verbreitetste, sondern auch das am stärksten abhängig machende Tabakprodukt ist – und warum ihr Rauch, mit mehreren tausend Verbindungen und Dutzenden nachgewiesen krebserzeugenden Stoffen, die Lunge direkt erreicht. Weltweit dominiert sie den Tabakmarkt nach Menge und Umsatz mit weitem Abstand; China ist zugleich größter Produzent und größter Konsument, und der Weltmarkt wird von wenigen Konzernen und dem chinesischen Staatsmonopol bestimmt. In Deutschland und den meisten Industrieländern sinkt der Absatz seit Jahren – durch Steuererhöhungen, Rauchverbote, Werbeverbote, Bildwarnhinweise und einen Wandel der gesellschaftlichen Normen –, während Teile des Konsums zu Feinschnitt, Tabakerhitzern und E-Zigaretten wandern. Das EU-weite Verbot charakteristischer Aromen, das seit 2020 auch Menthol einschließt, hat ganze Produktlinien vom Markt genommen; Packungen tragen seit 2016 kombinierte Bild-Text-Warnhinweise und seit 2019 einen Rückverfolgungscode gegen Schmuggel. Die Zigarette bleibt trotz allem das Referenzprodukt, an dem jede andere Tabakware gemessen wird – im Steuerrecht, in der Forschung und in der öffentlichen Wahrnehmung.

Zigarre und Zigarillo

Werkbank des Torcedors – Nahaufnahme eines Zigarrenrollers bei der Arbeit in einer Manufaktur
Handarbeit in der Manufaktur: Der Torcedor legt das Deckblatt spiralig um den gepressten Wickel aus Einlage und Umblatt; Chaveta, Holzform und sortierte Blätter liegen bereit.

Geschichte

Die Zigarre ist die älteste Form des Tabakrauchens, die Europäer zu Gesicht bekamen: Die Kundschafter der ersten Kolumbus-Expedition beschrieben 1492 auf Kuba Menschen, die gerollte Blätter anzündeten und den Rauch einsogen. Das Wort selbst geht wahrscheinlich auf ein Maya-Wort für Rauchen zurück und gelangte über das Spanische in alle europäischen Sprachen. Sevilla wurde mit seiner königlichen Tabakfabrik im 18. Jahrhundert zum ersten großen Produktionszentrum Europas; im 19. Jahrhundert verlagerte sich das Gravitationszentrum nach Havanna, das unter dem Namen Habanos bis heute den Maßstab für Premiumzigarren setzt. In Deutschland war die Zigarre das Tabakprodukt des 19. Jahrhunderts: Bremen und Hamburg importierten die Rohtabake, Manufakturen in Baden, in Ostwestfalen um Bünde und im Bremer Umland beschäftigten in der Spitze eine der größten Arbeiterschaften der deutschen Konsumgüterindustrie – das Zigarrenmachen war Heimarbeit ganzer Landstriche. Geschichte, Anbau und Kultur der kubanischen Zigarre behandelt ausführlich die Schwesterseite kubanische-zigarren.org.

Aufbau: Einlage, Umblatt, Deckblatt

Jede Zigarre besteht aus drei Teilen. Die Einlage (Filler, spanisch tripa) bildet den Kern und bestimmt Stärke und Grundgeschmack; bei Premiumzigarren besteht sie aus ganzen, längs gelegten Blättern (Longfiller), sonst aus geschnittenen Blattstücken (Shortfiller) oder einer Mischung aus beidem. Kubanische Zigarrenroller kombinieren dafür Blätter dreier Etagen der Pflanze: kräftiges, langsam brennendes Ligero aus der Krone, aromatisches Seco aus der Mitte und leichtes, gut brennendes Volado von unten – warum die Blattetage so viel ausmacht, erklärt die Seite über die Tabakpflanze. Das Umblatt (Binder, capote) hält die Einlage zusammen; es muss elastisch und gut brennbar sein, darf aber unscheinbar aussehen. Das Deckblatt (Wrapper, capa) ist die äußere Hülle: dünn, feinadrig, makellos und teuer, denn es entscheidet über Optik und einen erheblichen Teil des Aromas. Bekannte Deckblatttypen sind Connecticut (unter Schattennetzen gezogen, hell und mild), Corojo (kräftig, heute vor allem aus Ecuador, Nicaragua und Honduras), Sumatra (indonesisch, in der deutsch-niederländischen Zigarrentradition verbreitet), Brasil (dunkel, süßlich) und Cameroon. Die Farbskala reicht von Claro über Colorado bis Maduro und Oscuro; ein Maduro-Deckblatt ist nicht gefärbt, sondern länger und wärmer fermentiert.

Handarbeit und Maschine

In der Manufaktur legt der Torcedor die Einlageblätter nach Rezept zusammen – gefaltet wie die Seiten eines Buches oder einzeln zu Röhrchen gerollt (entubado), damit Luft durch die Zigarre ziehen kann –, hüllt sie ins Umblatt und lässt den Wickel in einer Holzform pressen. Danach wird das Deckblatt spiralig aufgelegt, mit einem geschmacksneutralen Pflanzenkleber fixiert, der Kopf aus einem Deckblattstück geformt und die Zigarre mit der halbmondförmigen Chaveta auf Länge geschnitten. Zugkontrolle, Gewichtskontrolle und Farbsortierung folgen, ehe die fertigen Zigarren wochen- bis monatelang in Zedernholzräumen ruhen, damit sich die Feuchtigkeit der Blätter angleicht. Ein erfahrener Roller schafft am Tag je nach Format einige Dutzend bis gut hundert Stück. Maschinengefertigte Zigarren verwenden geschnittene Einlage und oft Tabakfolie als Umblatt oder Deckblatt – jene rekonstituierte Tabakbahn, die auch in Zigaretten steckt. Wie Blatttabak fermentiert und für Zigarren sortiert wird, beschreibt die Seite Verarbeitung.

Formate und Vitolas

Zigarrenformate werden über Länge und Ringmaß beschrieben, den Durchmesser in Vierundsechzigstel Zoll: Ringmaß 50 entspricht knapp 20 Millimetern. Gerade Formate heißen Parejos, geformte – spitz zulaufend wie Torpedo und Pyramide, beidseitig verjüngt wie der Perfecto, zu mehreren verflochten wie die Culebra – Figurados. Die Namen der Formate sind außerhalb Kubas nicht normiert; die Tabelle nennt verbreitete Richtwerte.

FormatLänge (ca.)Ringmaß (ca.)Charakter
Petit Corona13 cm42kurzer Klassiker, etwa eine halbe Stunde
Corona14 cm42Referenzformat, ausgewogen
Robusto12,5 cm50kurz und dick, heute das populärste Format
Toro15 cm50längerer Robusto, kühler Rauch
Churchill18 cm47lang, gut eine Stunde und mehr
Double Corona19,5 cm49eines der größten Standardformate
Lancero / Panetela17–19 cm36–38dünn, deckblattbetont, anspruchsvoll zu rollen
Torpedo / Pyramide14–16 cm50–52Figurado mit spitzem Kopf, konzentrierter Zug

Konsumpraxis

Eine Zigarre wird gepafft, nicht inhaliert: Der Rauch bleibt im Mund, das Nikotin geht über die Schleimhaut ins Blut. Vor dem Anzünden wird der geschlossene Kopf geöffnet, wofür drei Werkzeuge gebräuchlich sind:

Angezündet wird über einer Butanflamme oder einem Zedernholzspan, indem der Fuß gleichmäßig angeröstet wird, bevor der erste Zug folgt; Benzinfeuerzeuge und Schwefelköpfe hinterlassen Fremdgeschmack. Ein Robusto beschäftigt seinen Raucher etwa eine Dreiviertelstunde, ein Churchill deutlich länger; wer zu schnell zieht, überhitzt die Zigarre und macht sie bitter. Premiumzigarren wollen feucht gelagert werden – im Humidor bei etwa 65 bis 72 Prozent relativer Luftfeuchte und Temperaturen unterhalb von rund 21 Grad, weil darüber Tabakkäfer schlüpfen. Anschneiden, Anzünden, Lagern und die typischen Fehler erklärt Schritt für Schritt die Schwesterseite kubanischezigarren.org. Von dieser Humidorkultur zu unterscheiden ist die in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz gewachsene Tradition der Trockenzigarre: Sumatra- oder Brasil-Deckblatt, oft mit Java- oder Kentucky-Einlage, auf niedrige Feuchte konditioniert, ohne Humidor haltbar und im Charakter würziger und trockener als die karibische Zigarre.

Zigarillos

Zigarillos sind die kleine, überwiegend maschinell gefertigte Schwester; die EU-Steuerdefinition zieht die Grenze beim Stückgewicht von drei Gramm. Sie werden aus Shortfiller mit Naturdeckblatt oder Tabakfolie hergestellt, teilweise mit Filter oder Mundstück und in Aromen von Vanille bis Rum – das Aromaverbot der EU gilt bislang für Zigaretten und Feinschnitt, nicht für Zigarren und Zigarillos. Weil Zigarillos in Deutschland niedriger besteuert werden als Zigaretten, standen Filterzigarillos im Zigarettenformat wiederholt im Verdacht, die Steuergrenze zu umgehen; ihr Rauch wird – anders als bei der Zigarre – häufig inhaliert und ist dann in seiner Wirkung dem der Zigarette gleichzusetzen.

Markt

Premiumzigarren stammen heute vor allem aus Kuba, der Dominikanischen Republik, Nicaragua und Honduras; Nicaragua ist in den letzten zwei Jahrzehnten in diese Spitzengruppe aufgestiegen – ein Land mit fruchtbaren Vulkanböden, dessen Manufakturen vielfach auf Tabakfamilien zurückgehen, die Kuba nach 1959 verlassen hatten. Der Markt für handgerollte Zigarren ist klein, aber wertvoll und in Krisenzeiten erstaunlich stabil; Deutschland zählt zu den größeren europäischen Absatzländern für Zigarillos und Trockenzigarren. Das gesundheitliche Bild: Wer nicht inhaliert, senkt das Lungenkrebsrisiko gegenüber der Zigarette, trägt aber deutlich erhöhte Risiken für Krebs in Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf und Speiseröhre – und eine große Zigarre setzt so viel Rauch und Nikotin frei wie mehrere Zigaretten zusammen.

Pfeifentabak und Tabakspfeife

Schnitte des Pfeifentabaks – Stillleben verschiedener Pfeifentabak-Schnitte nebeneinander auf Holz
Vom Schnitt hängt das Rauchverhalten ab: Ribbon, Flake, Plug, Coins und schwarzer Cavendish neben einer Bruyèrepfeife mit Stopfer und Aktivkohlefilter.

Geschichte

Die Pfeife ist das Rauchgerät der amerikanischen Ursprungskulturen – vom zeremoniellen Calumet der Prärievölker bis zu den Steinpfeifen des Mississippi-Gebiets –, und sie war die erste Rauchform, die sich in Europa massenhaft durchsetzte. Im 17. Jahrhundert entstanden Tonpfeifen in enormen Stückzahlen; das niederländische Gouda wurde zu ihrem Zentrum, und die weißen Pfeifen mit der schmalen Kammer waren billige Gebrauchsware. Das 18. Jahrhundert brachte den Meerschaum, ein leichtes weißes Mineral aus Anatolien, das sich fein schnitzen lässt und beim Rauchen goldbraun nachdunkelt – Wien wurde Hochburg der Meerschaumschnitzer –, außerdem die Porzellanpfeife mit langem Rohr und Abguss (Wassersack), wie sie im deutschen Biedermeier üblich war. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich das Bruyèreholz durch: die Wurzelknolle der Baumheide aus dem Mittelmeerraum, hart, hitzebeständig und schön gemasert. Saint-Claude im französischen Jura wurde zur Pfeifenstadt Europas, später kamen englische, italienische, dänische und deutsche Werkstätten dazu. Die dänische Freihand-Schule der 1960er- und 1970er-Jahre machte die Pfeife zum Designobjekt. Daneben behaupten sich bis heute die Maiskolbenpfeife aus den USA und die Kalebassenpfeife, die durch Bühnenfassungen des Sherlock Holmes berühmt wurde.

Die Pfeife: Bauteile und Formen

Eine Pfeife besteht aus Kopf mit Tabakkammer, Holm und Mundstück aus Ebonit oder Acryl, das über einen Zapfen im Holm steckt. In Deutschland ist der 9-Millimeter-Aktivkohlefilter im Holm Standard, der Kondensat und einen Teil der Schärfe zurückhält; anderswo raucht man filterlos oder mit Metallkühlern. Die Formen tragen eingeführte Namen: die gerade Billiard als Grundform, die konische Dublin, die runde Apple, die kantige Bulldog, die gebogene Bent in vielen Abstufungen, die schlanke Prince, die standfeste Poker, die lange Churchwarden. Wandstärke und Kammergröße bestimmen, wie kühl die Pfeife raucht und wie lange eine Füllung reicht.

Pfeifentabak: Schnitte und Mischungsstile

Pfeifentabak ist gröber geschnitten als Zigarettentabak und kommt in vielen Formen: als lockerer Ribbon- oder Feinschnitt, als gepresste und in Scheiben geschnittene Flakes, als vorgelockerter Ready Rubbed, als kompakter Plug, als gedrehtes Rope oder Twist, aus dem Münzen (Coins) geschnitten werden, und als Cavendish – unter Druck und Dampf gereifter, meist gesüßter Tabak, in schwarzer Form der Grundstoff der meisten aromatisierten Mischungen. Die Mischungsstile sind Traditionen ganzer Länder. Die englische Mischung baut auf Virginia und Orient und erhält ihren rauchig-ledrigen Charakter durch Latakia, einen über Holzfeuern räuchergetrockneten Tabak, der heute fast ausschließlich aus Zypern stammt; die Balkan-Mischung ist ihre orientlastige Schwester. Reine Virginia-Flakes setzen auf die natürliche Süße heißluftgetrockneter Blätter, gern ergänzt um Perique aus Louisiana, der in Fässern unter Druck vergoren wird und pfeffrig-fruchtig würzt. Burley-Mischungen sind die nussig-trockene amerikanische Tradition, dänisch-aromatisierte Tabake mit Vanille-, Frucht- oder Whiskynoten die in Deutschland verbreitetste Kategorie. Für den Hintergrund der einzelnen Tabaktypen empfiehlt sich die Seite Tabaksorten.

MischungsstilBasisPrägende KomponenteGeschmacksbild
EnglishVirginia, OrientLatakiarauchig, ledrig, würzig; unaromatisiert
BalkanOrient, VirginiaLatakia in Balance mit Orientwürzig-säuerlich, weihrauchartig
Virginia / VaPerVirginiagegebenenfalls Periqueheusüß, zitrisch bis dunkel-brotig; pfeffrig mit Perique
BurleyBurleyleichte Süßung (Kakao, Ahorn)nussig, trocken, erdig
Aromatisch / DänischBlack Cavendish, Virginia, BurleyTopping (Vanille, Frucht, Spirituosen)süß, raumduftbetont, mild
Kentucky / Dark Firedfeuergetrockneter BurleyRauchtrocknungkräftig, rauchig, nikotinreich

Konsumpraxis

Das Pfeifenrauchen ist ein langsames Handwerk, bei dem man mehr falsch machen kann als bei jeder anderen Rauchform. Der übliche Ablauf:

  1. Stopfen in drei Lagen – unten locker, in der Mitte mittelfest, oben fest –, sodass der Zug leicht bleibt; ein zu fest gestopfter Kopf geht ständig aus, ein zu lockerer brennt heiß.
  2. Vorlicht: Die Oberfläche wird angeröstet, quillt auf und wird mit dem Stopfer sanft angedrückt.
  3. Anzünden und langsam, gleichmäßig ziehen, ohne zu inhalieren; bei Bedarf nachdrücken und nachzünden – ein Ausgehen ist kein Fehler.
  4. Reinigen: Nach dem Rauchen Asche ausklopfen, Zugkanal mit dem Pfeifenreiniger säubern, Filter wechseln, die Pfeife einen Tag ruhen lassen.

Wer zu heiß raucht, bekommt Zungenbrand, ein wundes, taubes Gefühl, das nicht vom Nikotin, sondern von heißem, feuchtem Rauch kommt. Neue Pfeifen werden über mehrere Füllungen eingeraucht, bis sich in der Kammer eine dünne Kohleschicht gebildet hat, die das Holz schützt; weil eine Pfeife nach dem Rauchen austrocknen soll, nutzen Pfeifenraucher üblicherweise mehrere im Wechsel. Auch der Tabak selbst ist Pflegeobjekt: Er will leicht feucht, aber nicht nass sein und trocknet in offenen Dosen schnell aus, während Flakes vor dem Stopfen aufgerieben oder gefaltet werden müssen.

Markt

Nach einer letzten Blüte in der Mitte des 20. Jahrhunderts ist die Pfeife seit den 1970er-Jahren eine Nische – allerdings eine stabile, mit eigener Fachpresse, Sammlerkultur, Pfeifenclubs und einer überschaubaren Zahl von Herstellern, deren handgefertigte Stücke hohe Preise erzielen. Der Konsum ist gering pro Kopf, aber langlebig: Pfeifenraucher bleiben ihrem Ritual meist über Jahrzehnte treu. Gesundheitlich gelten die Aussagen zur Zigarre – kein Inhalieren, dafür erhöhte Risiken für Mundhöhle, Lippe, Rachen und Speiseröhre.

Wasserpfeifentabak (Shisha)

Geschichte

Die Wasserpfeife entstand im 16. oder frühen 17. Jahrhundert im persisch-indischen Raum, kurz nachdem der Tabak Asien erreicht hatte, und verbreitete sich über das Safawiden- und das Osmanische Reich bis nach Nordafrika und auf den Balkan. Die Namen verraten die Wege: Hookah (von Hindustani huqqa) in Indien und im englischen Sprachraum, Nargile (von persisch nargil, Kokosnuss – das ursprüngliche Wassergefäß) in der Türkei und in Griechenland, Qalyan im Iran, Shisha (persisch für Glas) in Ägypten und der Levante – und seit den 1990er-Jahren auch in Deutschland. Geraucht wurde jahrhundertelang Tömbeki, ein dunkler, gewässerter Tabak aus dem Iran, ungesüßt und kräftig. Die heutige Form des Konsums ist jung: Erst der in Ägypten entwickelte, mit Melasse und Aromen versetzte Moassel (arabisch „gehonigt“) machte die Wasserpfeife ab den 1990er-Jahren zum weltweiten Jugendphänomen, das in Deutschland eine ganze Gastronomie – die Shisha-Bar – hervorgebracht hat.

Tabak und Gerät

Wasserpfeifentabak ist eine feuchte, klebrige Masse aus geschnittenem Tabak, Glycerin als Feuchthaltemittel und Dampfbildner, Melasse oder Invertzucker und Aromen; der eigentliche Tabakanteil ist gering, und die Blätter sind meist milde, gewaschene Virginia- oder Burley-Tabake, deren Eigengeschmack im Aroma verschwinden soll. In der Praxis wird eine kleine Menge davon in den Kopf gefüllt – klassisch aus Ton, heute oft als Phunnel mit zentralem Kamin –, mit gelochter Alufolie oder einem Metallaufsatz (Heat Management Device) abgedeckt und mit glühender Kohle belegt. Verbreitet ist Naturkohle aus Kokosnussschalen, die im Kohleanzünder vorgeglüht wird; Schnellzündkohle mit chemischem Zündmittel ist bequemer, wird aber wegen des Eigengeschmacks seltener verwendet. Der Tabak verbrennt nicht, sondern verschwelt bei Temperaturen deutlich unter denen einer Zigarettenglut; das entstehende Gemisch aus Glycerindampf, Aroma, Nikotin und Schwelprodukten wird durch die Rauchsäule ins Wassergefäß gesogen, dort abgekühlt und über den Schlauch eingeatmet. Das Wasser kühlt und befeuchtet den Rauch, es filtert ihn nicht in nennenswertem Maß – der angenehm weiche, kühle Zug täuscht über die Menge hinweg, die inhaliert wird.

Konsumpraxis

Eine Sitzung dauert typischerweise eine halbe bis über eine Stunde und wird meist in Gesellschaft geraucht, mit eigenen oder wechselnden Hygienemundstücken. Der Rauch ist so mild, dass er tief und häufig inhaliert wird; über eine Sitzung nimmt der Körper ein Vielfaches des Rauchvolumens einer Zigarette auf. Hinzu kommt die Kohle: Sie liefert nicht nur Wärme, sondern erzeugt beim Glühen große Mengen Kohlenmonoxid, das in geschlossenen Räumen zur akuten Vergiftung führen kann. Solche Fälle – mit Kopfschmerz, Übelkeit, Schwindel bis zur Bewusstlosigkeit – werden aus Shisha-Bars regelmäßig gemeldet und haben in mehreren Bundesländern Lüftungs- und Warnmelderpflichten für Shisha-Bars nach sich gezogen.

Warnhinweis Kohlenmonoxid: Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit oder Herzrasen während oder nach dem Wasserpfeifenrauchen sind typische Zeichen einer Kohlenmonoxidvergiftung, nicht einer „starken Sorte“. Das Gas ist geruchlos; Betroffene gehören sofort an die frische Luft und bei anhaltenden Beschwerden in ärztliche Behandlung. In Innenräumen gehört zur Wasserpfeife zwingend eine wirksame Lüftung. Alle weiteren Risiken – Nikotinabhängigkeit, Schadstoffe des verschwelten Tabaks, Infektionsgefahr durch geteilte Mundstücke – auf der Seite Gesundheit.

Markt und Recht

Wasserpfeifentabak bildet in Deutschland eine eigene Steuer- und Produktkategorie. Der Gesetzgeber hat ihn in den 2020er-Jahren spürbar höher belastet und die Abgabe auf kleine Packungsgrößen beschränkt, um dem Weiterverkauf aus Großgebinden in Bars zu begegnen. Für Aromen gilt – anders als bei der Zigarette – bislang kein Verbot, was den Charakter der Kategorie ausmacht. Daneben existieren tabakfreie Alternativen: mit Glycerin und Aroma getränkte Dampfsteine, nikotinfreie Kräuter- oder Zuckerrohrmischungen und elektronische Shisha-Köpfe, die wie E-Zigaretten Liquid verdampfen. Sie vermeiden Tabak und teilweise Nikotin, nicht aber Kohlenmonoxid, solange Kohle im Spiel ist.

Schnupftabak

Geschichte

Auch das Schnupfen stammt aus Amerika: Spanische Chronisten beschrieben es im 16. Jahrhundert bei den Bewohnern der Karibik und Brasiliens. In Europa begann die Karriere des Pulvers als Arznei – der französische Gesandte Jean Nicot soll um 1560 der Königin Katharina von Medici Tabakpulver gegen ihre Kopfschmerzen empfohlen haben –, und sie gipfelte im 18. Jahrhundert, als das Schnupfen die Rauchpfeife aus den Salons verdrängte. Die Tabatiere aus Gold, Emaille oder Porzellan wurde zum Statussymbol des Adels und des Bürgertums; von Friedrich dem Großen ist überliefert, dass er das Schnupfen exzessiv betrieb und eine berühmte Sammlung kostbarer Dosen besaß. Mühlen zermahlten fermentierte Tabakrollen, die Carotten, zu Pulver; im 19. Jahrhundert verlor der Schnupftabak seinen Platz an die Zigarre, hielt sich aber als Volksprodukt in Bayern, Österreich, der Schweiz, in England und Schottland – dort bis heute –, während er sich in Skandinavien zum oralen Snus wandelte.

Herstellung und Sorten

Schnupftabak entsteht aus fermentierten, oft dunklen und kräftigen Tabaken, die getrocknet, gemahlen, gesiebt, nachfermentiert und aromatisiert werden. Zwei Grundfamilien lassen sich unterscheiden. Der Schmalzler ist die bayerische Form: grob gemahlener, dunkler, feuchter Tabak, traditionell aus brasilianischen Rollentabaken, der seinen Namen dem Butterschmalz verdankt, mit dem er früher geschmeidig gehalten wurde – heute übernehmen das neutrale Öle. Er wird großzügig genommen und riecht malzig, holzig, süßlich. Der trockene Snuff englischer und sächsischer Tradition ist fein gemahlen, hell bis mittelbraun, oft mit Menthol, Eukalyptus, Bergamotte oder Blütenessenzen parfümiert und in kleinsten Prisen zu nehmen. Der Schneeberger aus dem Erzgebirge – historisch ein Apothekenprodukt – ist ein Sonderfall, den es seit jeher auch in tabakfreien Varianten auf Kräuter- und Mentholbasis gibt. Dazwischen liegen mittelfeuchte Sorten und das französische Rapé, dessen Name vom Reiben der Carotte herrührt.

Konsumpraxis

Eine Prise wird zwischen Daumen und Zeigefinger oder aus der Kuhle zwischen den Sehnen des Daumens auf dem Handrücken – der „anatomischen Tabatiere“ – genommen und mit einem kurzen, sanften Zug in die vordere Nase gezogen. Nicht hochgeschnupft: Das Pulver soll auf der Nasenschleimhaut liegen bleiben, nicht in Rachen oder Nebenhöhlen geraten. Anfänger niesen, Geübte nicht. Bayerische Schnupfmaschinen aus Holz, kleine Hebel- oder Schleudermechaniken, gehören zur Folklore und zu regionalen Wettbewerben, bei denen es auf die saubere Nase nach dem Schnupfen ankommt. Das Nikotin gelangt über die Nasenschleimhaut rasch ins Blut – langsamer als durch die Lunge, schneller als durch die Mundschleimhaut.

Markt und Gesundheit

Schnupftabak ist ein regionales Nischenprodukt mit stabiler Fangemeinde und einer Handvoll Herstellern in Bayern, Sachsen und England. In Deutschland unterliegt er nicht der Tabaksteuer, wohl aber den Kennzeichnungs- und Warnhinweispflichten für rauchlose Tabakerzeugnisse. Ohne Verbrennung fehlen Teer und Kohlenmonoxid, und die Datenlage zu Krebsrisiken ist für nasalen Tabak dünner als für Zigaretten; unstrittig sind die Abhängigkeit, die Belastung der Nasenschleimhaut mit chronischer Reizung, Blutungen und Riechstörungen sowie die Aufnahme tabakspezifischer Nitrosamine, die alle fermentierten Tabake enthalten.

Kautabak, Snus und Nikotinbeutel

Kautabak

Tabak zu kauen ist so alt wie das Rauchen und war lange die Form für alle, die kein Feuer entzünden konnten oder durften: Seeleute auf hölzernen Schiffen, Bergleute unter Tage, Landarbeiter, später Baseballspieler. Im 19. Jahrhundert war Kautabak in den Vereinigten Staaten das verbreitetste Tabakprodukt überhaupt, und der Spucknapf gehörte zur Ausstattung jedes öffentlichen Raums. Hergestellt wird er aus dunklen, luftgetrockneten Tabaken, die stark gesüßt und aromatisiert werden – mit Lakritz, Honig, Melasse, Rum oder Fruchtessenzen –, und in drei Grundformen: als lose, feuchte Blattstreifen (Loose Leaf), als gepresster Riegel (Plug) und als gedrehter Strang (Twist oder Rolle). In Deutschland war die Kautabakrolle, von der man ein Stück abschneidet, das traditionelle Format; Nordhausen am Harz galt als Zentrum ihrer Herstellung. Das Stück – der Priem – wird nicht eigentlich gekaut, sondern in der Wangentasche gehalten, gelegentlich bewegt, und der entstehende Speichel wird ausgespuckt; das Nikotin geht durch die Mundschleimhaut.

Snus

Snus ist die schwedische Antwort auf dieselbe Idee, aber mit anderer Technik. Fein gemahlener, luftgetrockneter Tabak wird mit Wasser, Salz und einem alkalischen Zusatz vermengt, der die Nikotinaufnahme erleichtert, und dann nicht fermentiert, sondern unter Hitze pasteurisiert – ein Verfahren, das die Bildung tabakspezifischer Nitrosamine deutlich begrenzt und Snus chemisch vom amerikanischen Moist Snuff unterscheidet, der fermentiert wird. Snus gibt es lös (lose, zu einem Bissen geformt) und seit den 1970er-Jahren als Portion im Vliesbeutel, in den Varianten Original (feucht, braun) und White (trockener, langsamer abgebend) sowie in verschiedenen Stärken, die auf der Dose in Nikotin je Gramm angegeben werden. Der Beutel wird unter die Oberlippe geschoben und dort eine halbe bis über eine Stunde belassen; gespuckt wird nicht. In Schweden und Norwegen ist Snus ein Alltagsprodukt, das in Kühltheken verkauft wird und dort in nennenswertem Umfang die Zigarette verdrängt hat – Schweden weist seit Jahren die niedrigsten Raucherquoten Europas auf. Die EU verbot Tabak zum oralen Gebrauch 1992; Schweden handelte beim Beitritt 1995 eine dauerhafte Ausnahme aus. In Deutschland ist der Verkauf von Snus damit untersagt, Besitz und Eigenimport für den persönlichen Gebrauch sind es nicht. Produkte, die als „Kautabak“ im Beutel angeboten wurden, aber faktisch wie Snus verwendet werden, haben Behörden und Gerichte demselben Verbot zugeordnet.

Nikotinbeutel

Die jüngste Entwicklung sind Nikotinbeutel (Nicotine Pouches, oft „White Snus“ genannt), die seit Ende der 2010er-Jahre aus Skandinavien kommend Verbreitung finden. Sie sehen aus wie White-Snus-Portionen, enthalten aber keinen Tabak, sondern Nikotin – aus Tabak extrahiert oder synthetisch hergestellt – auf einem Träger aus pflanzlichen Fasern, dazu Aromen, Süßstoffe, Feuchthaltemittel und pH-Regulatoren. Die Stärken reichen von wenigen bis zu mehreren Dutzend Milligramm Nikotin je Beutel, was die Dosis einer Zigarette weit übersteigen kann und für Nichtraucher gefährlich ist. Da kein Tabak enthalten ist, greift das Snus-Verbot nicht; in Deutschland stufen die zuständigen Behörden Nikotinbeutel als Lebensmittel ein, als das sie wegen des Nikotins nicht verkehrsfähig sind. Andere EU-Länder haben eigene Regeln – von Altersgrenzen und Höchstgehalten bis zu vollständigen Verkaufsverboten –, und die Rechtslage ist in Bewegung.

ProduktTabakAnwendungHerstellungRechtslage in Deutschland
Kautabak (Priem, Plug, Twist)jain der Wange, Speichel wird ausgespucktfermentiert, gesüßt, gepresst oder gedrehtverkehrsfähig; keine Tabaksteuer
Snusjaunter der Oberlippe, ohne Spuckengemahlen, pasteurisiert, lose oder im BeutelVerkauf verboten (EU-Recht); Eigenimport zulässig
Amerikanischer Moist Snuff („Dip“)jazwischen Unterlippe und Zahnfleischgemahlen, fermentiertwie Snus: Tabak zum oralen Gebrauch, Verkauf verboten
Nikotinbeutelneinunter der OberlippeNikotin auf Faserträgerlebensmittelrechtlich nicht verkehrsfähig; Regulierung im Fluss
Schnupftabakjanasalgemahlen, aromatisiertverkehrsfähig; keine Tabaksteuer

Gesundheit

Rauchlose Tabakprodukte vermeiden die Verbrennung und damit den größten Teil der Schadstoffe, die Zigarettenrauch so gefährlich machen. Die schwedischen Erfahrungen zeigen für Snus ein deutlich niedrigeres Risiko als für das Rauchen – aber kein Null-Risiko: Nikotinabhängigkeit, Zahnfleischrückgang und Schleimhautveränderungen an der Anwendungsstelle sind häufig, und die internationale Krebsforschung stuft rauchlosen Tabak insgesamt als krebserregend ein, vor allem für Mundhöhle, Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse. Für Nikotinbeutel fehlen Langzeitdaten; ihr größtes dokumentiertes Problem ist die Attraktivität für Jugendliche, die über sie in eine Nikotinabhängigkeit geraten, ohne je geraucht zu haben. Mehr auf der Seite Gesundheit.

Tabakerhitzer (Heat-not-Burn)

Geschichte

Die Idee, Tabak zu erhitzen statt zu verbrennen, ist älter, als der Markterfolg vermuten lässt. Schon Ende der 1980er-Jahre brachte ein amerikanischer Hersteller eine „rauchlose Zigarette“ mit Kohlenstoff-Heizelement auf den Markt, die an Geschmack und Handhabung scheiterte; ein zweiter Versuch in den 1990er-Jahren blieb ebenso Nische. Erst die elektronische Generation ab 2014, zuerst in Japan und Italien eingeführt, fand Käufer – in Japan, wo nikotinhaltige E-Zigaretten nicht frei verkäuflich sind, wurde der Tabakerhitzer binnen weniger Jahre zu einem bedeutenden Teil des Tabakmarkts. In Deutschland sind die Geräte seit der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre erhältlich und haben einen kleinen, wachsenden Anteil.

Technik

Ein Tabakerhitzer besteht aus einem akkubetriebenen Halter mit Heizelement und einem Tabakstick, der einer kurzen Zigarette ähnelt. Der Stick enthält keinen geschnittenen Blatttabak, sondern rekonstituierten Tabak: Tabakpulver, Wasser, Glycerin und Bindemittel werden zu einer Folie gegossen, gefaltet oder gekräuselt und zusammen mit Filter- und Kühlsegmenten in Papier gehüllt. Das Glycerin bildet beim Erhitzen den sichtbaren Nebel und trägt das Nikotin. Erhitzt wird entweder von innen mit einer Heizklinge oder einem Heizstift, der in den Stick gesteckt wird, von außen über eine Heizkammer oder – bei neueren Systemen – per Induktion über ein Metallplättchen im Stick. Die Betriebstemperatur liegt bei einigen hundert Grad, deutlich unterhalb der Verbrennung, aber hoch genug, um Nikotin und Aromen freizusetzen. Eine Sitzung dauert einige Minuten und ist auf eine bestimmte Zahl von Zügen begrenzt; danach ist der Stick verbraucht und wird wie eine Kippe entsorgt – mitsamt Akkuhalter und Ladegerät ein Produkt, das erstmals Elektronikschrott in die Tabakwelt bringt.

Einordnung

Der Tabakerhitzer ist rechtlich und faktisch ein Tabakprodukt – er enthält Tabak, unterliegt in Deutschland der Tabaksteuer in der Kategorie „erhitzter Tabak“ und den Warnhinweispflichten. Die E-Zigarette dagegen verdampft eine Flüssigkeit aus Propylenglycol, Glycerin, Aromen und meist Nikotin, ganz ohne Tabak; beide Gerätetypen werden im Alltag verwechselt, sind aber verschiedene Produkte mit verschiedenen Regeln. Mischformen, die Liquid durch eine Tabakkapsel leiten, gibt es ebenfalls. Das Aerosol des Tabakerhitzers enthält – das ist unstrittig – erheblich weniger und geringere Mengen an Verbrennungsprodukten als Zigarettenrauch, aber weiterhin Nikotin in vergleichbarer Dosis und eine Reihe von Schadstoffen, teils in geringerer, teils in ähnlicher Konzentration. Eine geringere Schadstoffbelastung ist jedoch nicht dasselbe wie ein nachgewiesener geringerer Gesundheitsschaden; Langzeitstudien fehlen naturgemäß, und wer Tabakerhitzer neben Zigaretten nutzt, statt sie zu ersetzen, gewinnt nichts. Die EU hat 2023 das Aromaverbot auf erhitzte Tabakerzeugnisse ausgedehnt, sodass Menthol- und Fruchtsticks vom Markt verschwunden sind. Die Grundregel der Seite Gesundheit gilt auch hier: Kein Tabakprodukt ist unbedenklich, und der vollständige Verzicht bleibt der einzige Weg ohne Risiko.

Nischen und regionale Formen

Jenseits der großen Kategorien existieren Produkte, die in ihrer Heimat Millionen Konsumenten haben und in Europa kaum bekannt sind – oder umgekehrt. Manche sind Vorformen der Zigarette, manche Sonderwege der Zigarre, manche Oraltabake mit eigener Chemie.

Bidi

Die Bidi (auch Beedi) ist die Zigarette des indischen Subkontinents: eine kleine Menge sonnengetrockneten, grob zerkleinerten Tabaks, in ein Blatt des Tendu-Baums gewickelt, kegelförmig und mit einem Faden zugebunden, ohne Filter. Sie wird in unvorstellbaren Stückzahlen in Heimarbeit gerollt, überwiegend von Frauen, zu Löhnen, die den Preis auf einen Bruchteil einer Fabrikzigarette drücken. Bidis brennen schlecht und müssen dauernd gezogen werden; pro Stück nimmt der Raucher dabei nicht weniger, sondern eher mehr Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid auf als aus einer Zigarette. Der Bidi-Konsum ist in Indien ein Gesundheitsproblem eigener Größenordnung.

Kretek

Die Kretek aus Indonesien ist eine Zigarette, deren Tabak mit einem erheblichen Anteil zerkleinerter Gewürznelken und einer Aromasoße gemischt ist. Ihren Namen verdankt sie dem knisternden Geräusch der brennenden Nelken; erfunden wurde sie der Überlieferung nach Ende des 19. Jahrhunderts in Kudus auf Java als Hausmittel gegen Asthma. In Indonesien dominiert die Kretek den Markt vollständig – von Hand gerollt in Manufakturen mit Tausenden Arbeiterinnen oder maschinell –, und ihre Hersteller gehören zu den größten Unternehmen des Landes. Das Nelkenöl Eugenol betäubt leicht den Rachen und lässt den kräftigen Rauch milder erscheinen, als er ist. In den USA und in der EU sind Kreteks wegen des charakteristischen Aromas nicht mehr zugelassen.

Machorka und Papirossa

Osteuropa und Russland kannten mit der Machorka einen groben, sehr kräftigen Tabak aus Nicotiana rustica, der Art mit dem höchsten Nikotingehalt, in Zeitungspapier gedreht oder in der Pfeife geraucht, und mit der Papirossa eine Zigarette mit langem, hohlem Pappmundstück, das vor dem Rauchen geknickt wird – beides Produkte der Not, die sich als Kult gehalten haben. Zur Botanik von N. rustica mehr auf der Seite über die Tabakpflanze.

Stumpen, Toscano, Cheroot

Die deutsche und schweizerische Stumpen-Tradition kennt Zigarren, die an beiden Enden gerade abgeschnitten sind und ohne geformten Kopf auskommen; der Schweizer Brissago mit seinem Strohhalm als Zugkanal und die Krumme sind Verwandte. Der italienische Toscano ist eine an beiden Enden verjüngte, in der Mitte dicke Zigarre aus feuergetrocknetem Kentucky-Tabak, die traditionell halbiert geraucht wird und einen kräftigen, rauchigen Charakter hat. Die Cheroot aus Birma und Indien, beidseitig offen und dort traditionell in das Blatt eines anderen Baums gehüllt, ist ihr asiatisches Gegenstück.

Regionale Oraltabake

Der größte Teil des weltweiten rauchlosen Tabakkonsums entfällt auf Südasien: Gutka und ähnliche Mischungen aus Betelnuss, gelöschtem Kalk, Gewürzen und Tabak, in kleinen Tüten verkauft und mit einer Häufung von Mundhöhlenkrebs verbunden, die zu Verkaufsverboten in vielen indischen Bundesstaaten geführt hat. Der sudanesische Toombak, das zentralasiatische Naswar, das jemenitische Shammah und das alaskische Iqmik (Tabak mit der Asche eines Baumpilzes) sind weitere Beispiele stark alkalischer, oft selbst hergestellter Oraltabake mit hohem Nitrosamingehalt. In den Golfstaaten wird Dokha geraucht, eine sehr starke rustica-Mischung, die aus einer kleinen Pfeife (Medwakh) in wenigen Zügen konsumiert wird.

Tabakfreie Rauchwaren

Der Vollständigkeit halber: Kräuterzigaretten und andere pflanzliche Raucherzeugnisse enthalten keinen Tabak und kein Nikotin, erzeugen beim Verbrennen aber Teer, Kohlenmonoxid und Feinstaub wie jede andere Zigarette; sie werden im selben Gesetz geregelt und tragen eigene Warnhinweise. Die Schwesterseite kraeuterzigaretten.com behandelt sie im Detail.

Die Kategorien im Vergleich

Die folgende Übersicht fasst die Kategorien nach den drei Leitfragen vom Anfang zusammen. Sie ordnet, sie bewertet nicht: Ein Produkt ohne Verbrennung ist nicht gesund, es ist auf andere Weise schädlich.

ProduktForm des TabaksWärmeKonsumformNikotinaufnahmeBesonderheit
Zigarette / FeinschnittFeinschnitt, TabakfolieVerbrennunggeraucht, inhaliertLunge, sekundenschnellmaschinelles Massenprodukt, stärkstes Abhängigkeitspotenzial
Zigarre / Zigarilloganze Blätter bzw. ShortfillerVerbrennunggeraucht, gepafftMundschleimhautHandarbeit bei Premium; alkalischer Rauch
Pfeifentabakgrobe Schnitte, FlakesVerbrennunggeraucht, gepafftMundschleimhautwiederverwendbares Gerät, Mischungsvielfalt
Wasserpfeifentabakfeuchte MelassemasseVerschwelen über Kohleinhaliert, lange SitzungenLungeKohlenmonoxid aus der Kohle; Aromen erlaubt
Tabakerhitzergepresste Tabakfolie im StickErhitzen ohne VerbrennungAerosol, inhaliertLungeweniger Verbrennungsprodukte, Nikotin unverändert
SchnupftabakPulverkeinenasalNasenschleimhautrauchfrei; nicht tabaksteuerpflichtig
KautabakBlattstreifen, Plug, Rollekeineoral, mit SpuckenMundschleimhautrauchfrei; Nischenprodukt
Snusgemahlen, pasteurisiertkeineoral, unter der LippeMundschleimhautVerkauf in der EU außer Schweden verboten
Nikotinbeutelkein Tabakkeineoral, unter der LippeMundschleimhautrechtlich keine Tabakware; Regulierung im Fluss

Was die Tabelle nicht zeigt, aber jeder Vergleich berücksichtigen muss, ist die Dosis über die Zeit. Eine Zigarette ist klein, aber sie wird oft zwanzigmal am Tag geraucht; eine Zigarre ist groß, aber sie bleibt für die meisten ein Wochenendprodukt; eine Wasserpfeifensitzung ist selten, liefert aber in einer Stunde das Rauchvolumen vieler Zigaretten. Das Risiko einer Tabakware ergibt sich aus Verbrennung, Inhalation, Menge und Dauer zusammen – und aus dem Nikotin, das dafür sorgt, dass aus gelegentlichem Konsum fast immer ein regelmäßiger wird. Auch der Markt folgt dieser Logik: Die Zigarette trägt den weitaus größten Teil des Umsatzes und der Steuereinnahmen, die Zigarre den größten Teil des Prestiges, die rauchlosen und erhitzten Produkte den größten Teil des Wachstums – und die Regulierung arbeitet sich, meist mit einigen Jahren Verzögerung, von der ersten zur letzten Kategorie vor.

Praxishinweis zur Einordnung „weniger schädlich“: Aussagen wie „nicht inhaliert“, „ohne Verbrennung“ oder „ohne Tabak“ beschreiben eine Verschiebung des Risikoprofils, keine Aufhebung. Für die individuelle Entscheidung ist die relevante Vergleichsgröße nicht die Zigarette, sondern der Verzicht. Wer bereits raucht und aussteigen will, findet auf der Seite Gesundheit die bewährten Wege; wer nicht raucht, hat mit keinem der hier beschriebenen Produkte etwas zu gewinnen.

Wer sich in den Begriffen verliert – von Cavendish bis Vitola, von Moassel bis Priem –, findet die Kurzdefinitionen im Glossar. Die Rohstoffseite dieser Produkte beschreiben die Seiten Tabakpflanze, Tabaksorten und Verarbeitung; die Regeln, unter denen sie in Deutschland verkauft werden dürfen, die Seite Recht & Steuer.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Tabakerhitzer und E-Zigarette?

Der Tabakerhitzer erhitzt echten, gepressten Tabak — er ist rechtlich eine Tabakware. Die E-Zigarette verdampft eine Flüssigkeit (Liquid), die Nikotin enthalten kann, aber keinen Tabak — sie ist ein eigenständiges Erzeugnis. Beide erzeugen ein Aerosol statt Rauch, beide enthalten üblicherweise Nikotin.

Warum ist Snus in Deutschland verboten?

Der Verkauf von Tabak zum oralen Gebrauch ist EU-weit seit den 1990er-Jahren untersagt; nur Schweden hat eine dauerhafte Ausnahme ausgehandelt. Der Besitz und Eigenimport für den persönlichen Gebrauch ist davon nicht berührt. Tabakfreie Nikotinbeutel füllen in Deutschland rechtlich eine Grauzone und werden lebensmittelrechtlich beurteilt.