Genuss & Praxis › Reisen mit Tabak

Reisen mit Tabak

Eine Zigarre reist nicht gern, ein Pfeifentabak in der Dose schon eher – und beide kommen nur dann in Bestform an, wenn man das Klima im Gepäck mitdenkt. Diese Seite zeigt, welcher Behälter für welche Reise taugt, wie Auto, Kabinenluft und Frachtraum dem Tabak zusetzen, was Feuerzeug und Cutter an der Sicherheitskontrolle erwartet und welche Mengen auf dem Rückweg ohne Formalitäten mitdürfen. Am Ende steht die Ruhephase im Humidor, die aus dem Mitbringsel wieder eine gute Zigarre macht.

Reiseklima62–69 % relative Feuchte, unter 25 °C – etwas trockener als im Humidor daheim, damit unterwegs Spielraum bleibt
BehälterReisehumidor mit Schaumeinlage, Zedern-Etui, Tubo, dichter Beutel oder Dose mit Zwei-Wege-Feuchtepack
EmpfindlichkeitZigarren und angebrochene Beutel reagieren binnen Stunden; ungeöffnete Tabakdosen sind praktisch unempfindlich
Feuerzeug im FlugzeugEin Gasfeuerzeug oder eine Schachtel Sicherheitsstreichhölzer am Körper, nicht in der Handgepäcktasche und nie im aufgegebenen Gepäck; Jet-Feuerzeuge, Nachfüllgas und Feuerzeugbenzin bleiben zu Hause
CutterKurze Klingen in der EU meist toleriert, Entscheidung an der Kontrolle; Punch ohne freie Klinge ist die sichere Wahl
Freimengen (Größenordnung)Aus Drittländern 50 Zigarren oder 250 g Rauchtabak oder 200 Zigaretten; innerhalb der EU Richtmengen von 200 Zigarren, 1 kg Rauchtabak, 800 Zigaretten
AkklimatisierungZwei bis vier Wochen Ruhe im Humidor, zunächst getrennt vom Bestand

Was unterwegs mit dem Tabak geschieht

Zu Hause liegt die Zigarre in einem Klima, das man über Wochen eingeregelt hat. Auf Reisen verliert sie diesen Schutz binnen Stunden, und zwar auf vier Wegen zugleich. Der erste ist die Feuchte: Ein Deckblatt gibt Wasser an trockene Luft ab, sobald es ihr ausgesetzt ist – in der Hemdtasche merklich innerhalb eines Nachmittags, in der Flugzeugkabine noch schneller. Der zweite ist die Temperatur: Über etwa 22 bis 25 Grad verflüchtigen sich die aromatischen Öle schneller, und die Eier des Tabakkäfers, die in fast jedem Tabak schlummern können, finden Bedingungen zum Schlüpfen. Der dritte Weg ist mechanisch: Druck, Stöße und Reibung im Koffer lösen Deckblätter und knicken Füße. Der vierte ist der Geruch: Tabak nimmt Fremdaromen an, und Sonnencreme oder das Parfum aus der Kulturtasche riechen später in der Zigarre mit.

Wie empfindlich ein Tabak reagiert, hängt von seiner Form ab. Die Zigarre ist die Diva unter den Reisenden, weil ihr Deckblatt frei liegt und jede Schwankung sofort zeigt; Feinschnitt und Pfeifentabak im angebrochenen Beutel trocknen ebenfalls schnell aus, lassen sich aber leichter wieder befeuchten. Am unempfindlichsten sind ungeöffnete Dosen: Ein vakuumverschlossener Pfeifentabak übersteht Hitze, Kälte und Druckwechsel unbeeindruckt.

Reisehumidor, Etui, Tubo: die Behälter im Vergleich

Der klassische Reisehumidor ist ein Koffer aus schlagfestem Kunststoff mit umlaufender Dichtung und einer Schaumstoffeinlage, in der jede Zigarre ihr eigenes Bett hat. Er schützt vor Druck und Stößen, ist wasserdicht, und die Dichtung hält das Klima über Wochen. Was er nicht kann: Feuchte spenden. Der Schaumstoff speichert kein Wasser, anders als die Zeder eines Tischhumidors, deshalb gehört in jeden Reisehumidor ein Zwei-Wege-Feuchtepack.

Für den Tag genügt ein Etui aus Leder mit Zedernfutter für zwei bis vier Zigarren – es puffert ein paar Stunden, aber keine Woche. Die elegante Einzellösung ist der Tubo, die Aluminium- oder Glasröhre mit Schraubverschluss und Zedernblatt; eine fest verschlossene Röhre hält die Zigarre erfahrungsgemäß ein bis zwei Wochen in Form. Für ganze Kisten bewährt sich der Zip-Beutel oder die luftdichte Dose mit Feuchtepack, der Reise-Tupperdor: unscheinbar, aber dicht – ideal für die Kiste aus dem Urlaub, die unbeschadet nach Hause soll. Die Originalkiste bleibt dabei geschlossen; ihre Zeder arbeitet weiter.

BehälterFassungsvermögenReisedauerWorauf man achtet
Reisehumidor (Koffer mit Schaumeinlage)5–40 ZigarrenWochenFeuchtepack unbedingt dazu; Druckausgleich nach dem Flug
Leder-Etui mit Zedernfutter2–4 ZigarrenStunden bis ein TagNicht in die Sonne, nicht in die Gesäßtasche
Tubo (Aluminium oder Glas)1 ZigarreEin bis zwei WochenVerschluss fest anziehen; Glas polstern
Zip-Beutel oder Dose mit FeuchtepackEinzelne bis ganze KistenWochenLuft herausdrücken, Kiste geschlossen lassen
Gepolsterte Pfeifentasche1–3 Pfeifen plus TabakBeliebigTabak getrennt in Dose oder Glas, Besteck ohne Klinge

Feuchtepacks richtig einsetzen

Zwei-Wege-Packs geben Feuchte ab und nehmen sie auf – genau das braucht man unterwegs, wo die Umgebung zwischen trockener Kabine und schwülem Strandhotel wechselt. Für die Reise wählen viele Kenner einen Sollwert von 62 bis 65 Prozent statt der 69 oder 72 Prozent im heimischen Schrank: Eine etwas trockenere Zigarre zieht besser, brennt gleichmäßiger und verzeiht ein paar warme Stunden eher, weil weniger Wasser im Wickel steckt, das sich ausdehnen könnte. Wird ein Pack hart und knistrig, ist es leer; wird es weich und prall, hat es Wasser aufgenommen.

Praxistipp: Den Reisehumidor zwei Tage vor der Abfahrt bestücken, Feuchtepack dazu, und geschlossen stehen lassen. So pendelt sich das Klima ein, bevor die Reise beginnt, und man sieht am Hygrometer oder am Zustand des Packs, ob der Koffer wirklich dicht ist. Das Zellophan bleibt an den Zigarren: Es bremst den Feuchteverlust und schützt das Deckblatt vor Reibung.

Pfeifentabak und Pfeifen unterwegs

Pfeifenraucher reisen leichter, sofern sie ihren Tabak in Dosen mitnehmen: Eine ungeöffnete Dose braucht keinen Schutz. Anders der angebrochene Vorrat – ein Beutel, der zu Hause im Schrank wochenlang frisch bleibt, trocknet in Klimaanlagenluft in wenigen Tagen aus. Für die Reise füllt man daher nur die benötigte Menge in ein kleines Schraubglas oder eine dicht schließende Blechdose, gern mit einem Feuchtepack mit niedrigem Sollwert, denn Pfeifentabak wird trockener geraucht, als eine Zigarre gelagert wird. Flakes und Plugs sind robuster als locker geschnittene Mischungen, weil die gepresste Form weniger Oberfläche bietet; Feinschnitt für Selbstdreher behandelt man wie einen angebrochenen Pfeifentabak.

Die Pfeife selbst ist ein Bruchgut. In einer gepolsterten Tasche, in der Kopf und Mundstück nicht aneinanderschlagen, übersteht sie jeden Koffer; für Wanderungen und Strand haben sich einfache, robuste Pfeifen bewährt – eine Maiskolbenpfeife oder ein schlichtes Bruyèrestück ohne Sammlerwert. Zum Zubehör gehört, woran man selten denkt: Pfeifenreiniger in ausreichender Zahl und, für Filterpfeifen, ein Vorrat an 9-mm-Filtern, denn außerhalb Mitteleuropas sind sie kaum zu bekommen.

Auto, Bahn und Schiff: die Temperatur im Griff

Der gefährlichste Ort für Tabak ist nicht das Flugzeug, sondern das geparkte Auto. In der Sonne heizt sich ein geschlossener Wagen binnen einer Stunde um zwanzig Grad und mehr auf; an einem heißen Tag sind 50 Grad schnell erreicht, und das Armaturenbrett wird heißer als die Luft im Innenraum. Eine Zigarre, die dort einen Nachmittag verbringt, verliert nicht nur Feuchte: Das Wasser im Wickel dehnt sich aus, das Deckblatt platzt an der Kappe oder wirft Falten, und nach mehreren warmen Tagen ist der Tabakkäfer eine reale Gefahr. Bewährt hat sich die Kühltasche ohne Kühlakku: Als Isolierung im Fußraum dämpft sie die Spitzen, und bei längeren Stopps kommt der Tabak mit aus dem Auto.

Kälte ist weniger dramatisch, als man vermutet. Frost schadet dem Tabak kaum – das Einfrieren ist sogar ein anerkanntes Mittel gegen Käfer –, gefährlich ist der Übergang: Holt man kalte Zigarren in warme, feuchte Luft, schlägt sich Kondenswasser auf dem Deckblatt nieder. Deshalb bleibt der Behälter im Winter geschlossen, bis er Raumtemperatur hat. Auf dem Schiff kehrt sich das Problem um: Salzige Seeluft mit über 80 Prozent Feuchte lässt Zigarren aufquellen, und in stehender, warmer Kabinenluft gedeiht Schimmel. Hier ist der luftdichte Behälter mit einem Pack von 62 Prozent der richtige Partner, weil er überschüssiges Wasser wieder aufnimmt.

Im Flugzeug: Kabine, Frachtraum und Sicherheitskontrolle

Die Kabinenluft eines Verkehrsflugzeugs liegt häufig unter 20 Prozent relativer Feuchte – trockener als jede Heizungsluft im Winter. Der Frachtraum ist temperiert, aber je nach Flugzeugtyp deutlich kühler als die Kabine, und die Druckwechsel beanspruchen jede Dichtung. Tabak gehört deshalb ins Handgepäck: Dort bleibt er warm, wird nicht geworfen, geht nicht verloren, und wenn der Zoll bei der Einreise Fragen zur Menge hat, hat man ihn zur Hand.

Was durch die Kontrolle geht

Die Vorschriften für Feuerzeuge stammen aus dem Gefahrgutrecht der Luftfahrt und sind weltweit im Kern gleich: Pro Person darf ein einzelnes Gasfeuerzeug – auch das Einwegfeuerzeug – oder alternativ eine kleine Schachtel Sicherheitsstreichhölzer mit, nicht beides zusammen, und zwar dem Wortlaut nach am Körper getragen, also in der Hosen- oder Jackentasche – weder im aufgegebenen Koffer noch in der Handgepäcktasche. Feuerzeugbenzin, Gaskartuschen und Nachfülldosen sind an Bord in jeder Form verboten. Das Jet-Feuerzeug mit seiner blauen, vorgemischten Flamme gilt als Gefahrgut und ist weder im Handgepäck noch im Koffer zugelassen; es bleibt zu Hause.

Beim Cutter ist die Lage weniger eindeutig, weil er unter die allgemeinen Regeln für Klingen fällt. In der Europäischen Union sind kurze Klingen im Handgepäck nicht grundsätzlich verboten, aber die Entscheidung trifft das Personal an der Kontrolle. Wer den Cutter nicht verlieren möchte, packt ihn in den aufgegebenen Koffer; fürs Handgepäck eignet sich ein Punch, dessen Rundklinge in der Kappe verschwindet. Zwei-Wege-Feuchtepacks passieren die Kontrolle üblicherweise ohne Nachfrage – die Salzlösung steckt gebunden in einer Membran und liegt weit unter der 100-Milliliter-Grenze; ein Fläschchen destilliertes Wasser fällt dagegen ganz normal unter die Regeln für Flüssigkeiten.

GegenstandAm Körper bzw. im Handgepäck (siehe Bemerkung)Aufgegebenes GepäckBemerkung
Gas- oder EinwegfeuerzeugEin Stück, nur am KörperNeinWeltweit einheitliche Grundregel; nicht in der Handgepäcktasche; alternativ zu den Streichhölzern, nicht zusätzlich
Benzinfeuerzeug mit WatteeinsatzMeist wie Gasfeuerzeug, nur am KörperNeinFeuerzeugbenzin in keiner Form
Jet-Feuerzeug (Blauflamme)NeinNeinGilt als Gefahrgut, bleibt zu Hause
Lichtbogenfeuerzeug mit AkkuEin Stück, nur am Körper, gegen unbeabsichtigtes Einschalten gesichertNeinIn Deutschland nach LBA erlaubt, an Bord nicht laden; im Ausland und bei einzelnen Airlines abweichend, vor dem Flug nachlesen
SicherheitsstreichhölzerEine kleine Schachtel, nur am KörperNeinAlternativ zum Feuerzeug, nicht zusätzlich; keine Überall-Zünder
Guillotine-Cutter, ZigarrenschereErmessen der KontrolleJaKurze Klingen in der EU meist toleriert
Punch-CutterJaJaKeine freiliegende Klinge
Zigarren, Pfeifentabak, FeinschnittJaJaDie Menge ist Sache des Zolls, nicht der Sicherheitskontrolle
Zwei-Wege-FeuchtepackÜblicherweise jaJaWasser und Befeuchterlösung: Flüssigkeitsregel
E-Zigarette, TabakerhitzerJa, am Körper oder im HandgepäckNeinAkku; an Bord weder benutzen noch laden

Freimengen und Richtmengen: was auf dem Rückweg mitdarf

Zwei Fragen entscheiden, was der Zoll bei der Rückkehr sagt: Woher kommt man, und wofür ist der Tabak bestimmt? Wer aus einem anderen EU-Land zurückkommt, hat den Tabak dort schon versteuert gekauft; den Zoll interessiert deshalb nur, ob die Menge noch als privater Vorrat durchgeht. Als Anhaltspunkt dienen Richtmengen von 200 Zigarren, einem Kilogramm Rauchtabak oder 800 Zigaretten – wer mehr dabeihat, muss den privaten Zweck plausibel erklären. Zwei Bedingungen sind unverrückbar: Man muss den Tabak selbst befördern, und er muss dem persönlichen Bedarf dienen, wozu Geschenke gehören, der Weiterverkauf nicht.

Anders bei der Rückkehr aus einem Drittland: Hier bleibt ein festes Kontingent ohne jede Abgabe – 50 Zigarren, 100 Zigarillos, 200 Zigaretten oder 250 Gramm Rauchtabak, auch anteilig gemischt, etwa die Hälfte der Zigarrenmenge plus die Hälfte des Rauchtabaks, und das ab 17 Jahren. Steuerlich wie Ausland behandelt werden neben Kuba oder den USA auch die Schweiz und Großbritannien sowie, für viele überraschend, die Kanarischen Inseln und Helgoland, die zwar zur Union gehören, aber außerhalb ihres Verbrauchsteuergebiets liegen. Wer mehr mitbringt, meldet die Ware an und zahlt für den überschießenden Teil. Die Systematik dahinter und die Regeln für den Versand erläutert die Seite Recht & Steuer; die Zahlen selbst ändern sich gelegentlich, weshalb vor einer größeren Einkaufsreise ein Blick auf die aktuellen Auskünfte des Zolls gehört.

ReiseszenarioWas giltGrößenordnung für Zigarren und Rauchtabak
Rückkehr aus einem EU-LandRichtmengen für den Eigenbedarf, Ware bleibt im Kaufland versteuert200 Zigarren, 1 kg Rauchtabak
Rückkehr aus einem Drittland (Kuba, USA, Schweiz, Großbritannien)Freimenge ab 17 Jahren, darüber Anmeldung und Abgaben50 Zigarren oder 250 g Rauchtabak, anteilig kombinierbar
Kanarische Inseln, HelgolandEU-Gebiet, aber außerhalb des Verbrauchsteuergebiets: DrittlandsregelnWie Drittland
Duty-free-Shop am FlughafenAbgabenfrei nur beim Kauf; bei der Einreise zählt die Ware zur FreimengeWie Drittland; auf Flügen innerhalb der EU gibt es kein Duty-free
Tabak nach Hause schickenKein Reiseverkehr: Postsendungen fallen nicht unter die FreimengenVolle Abgaben, beim Versand aus der EU Steuerzeichenpflicht

Die Regeln des Ziellandes sind ein eigenes Kapitel: Viele Staaten außerhalb Europas lassen deutlich weniger Tabak abgabenfrei ins Land als die Union, manche fast nichts. Kuba begrenzt umgekehrt die Ausfuhr – rund zwanzig lose Zigarren dürfen ohne Nachweis mit, bis etwa fünfzig nur in versiegelten Originalkisten mit Hologramm, und darüber hinaus nur mit dem Kaufbeleg aus dem staatlichen Handel; die Grenzen werden gelegentlich geändert. Belege hebt man deshalb bis zur Heimkehr auf.

Kauf im Ausland: Herkunft und Echtheit

Kuba: das Land der Originale und der Fälschungen

Nirgends liegen Original und Fälschung so dicht beieinander wie in Havanna. Wer auf der Straße angesprochen wird – der Cousin arbeite in der Fabrik, heute gebe es eine Kiste Cohiba zum Bruchteil des Ladenpreises –, hat mit Sicherheit eine Fälschung vor sich. Echte Habanos gibt es auf der Insel nur in den staatlichen Fachgeschäften, in Hotels und an den Fabriken, stets zu festen Preisen und mit Kassenbeleg. Die Kiste erkennt man am Garantiesiegel der Republik Kuba, das seit über hundert Jahren die Kisten verschließt und heute Hologramm und Barcode trägt, dessen Nummer sich auf der offiziellen Seite des Herstellers prüfen lässt; dazu kommen der Stempel auf dem Kistenboden mit Fabrikcode und Verpackungsdatum und der Vermerk, dass die Zigarren vollständig von Hand gefertigt wurden. Cohiba in einer Kiste mit Glasdeckel ist ein Klassiker der Fälschung, denn die Marke wurde nie so verpackt. Weitere Merkmale beschreibt kubanische-zigarren.org.

Dominikanische Republik, Nicaragua, Honduras

In den anderen großen Zigarrenländern ist die Lage entspannter, weil dort Manufakturen locken, die gern Besucher empfangen, und keine staatlich kontrollierten Marken mit Weltruf. Fälschungen sind selten; die Falle heißt hier eher Souvenir: hübsch verpackte Zigarren ohne Herkunftsangabe, für den Touristenmarkt gedreht, die zu Hause enttäuschen. Wer in der Fabrik oder im Fachgeschäft kauft, kann Deckblatt, Wickel und Herkunft mit dem Wissen von den Seiten Tabakwaren und Tabaksorten einordnen.

Pfeifentabak und Duty-free

Für Pfeifenraucher ist das Ausland eine Fundgrube, weil viele Mischungen nur auf ihrem Heimatmarkt erhältlich sind. Dass die Dosen keine deutschen Warnhinweise und kein Steuerzeichen tragen, spielt für den privaten Gebrauch innerhalb der Freimenge keine Rolle. Beim Kauf lohnt der Blick auf die Dose: Der Deckel einer intakten Vakuumdose ist leicht nach innen gewölbt und gibt beim Öffnen ein Zischen von sich; ein nach außen gewölbter oder rostiger Deckel deutet auf undichte Ware. Beim Zoll zählt das Gewicht – 250 Gramm sind fünf übliche Dosen zu 50 Gramm.

Der Duty-free-Shop ist steuerlich weniger vorteilhaft, als sein Name verspricht: Abgabenfrei ist nur der Kauf, bei der Einreise zählt die Ware ganz normal zur Freimenge, und auf Flügen innerhalb der Union gibt es das Duty-free seit 1999 nicht mehr. Zigarren liegen dort zudem oft in Vitrinen ohne gepflegtes Klima; eine Kiste, deren Zigarren sich knistrig anfühlen, ist keine Ersparnis, sondern eine Rehabilitationsaufgabe.

Zurück zu Hause: die Akklimatisierung

Ein Mitbringsel aus den Tropen hat den feuchten Laden, das trockene Flugzeug und das Wechselbad der Temperaturen hinter sich. Direkt nach der Landung geraucht, brennt die Zigarre oft schlecht, zieht schwer oder schmeckt flach, obwohl mit ihr alles in Ordnung ist – der Wickel braucht Zeit, bis die Feuchte wieder gleichmäßig verteilt ist.

  1. Auspacken und ansehen. Deckblatt auf Risse, Falten und winzige Löcher prüfen, den Fuß auf lose Einlage, die Oberfläche auf Belag. Rollt man die Zigarre leicht zwischen den Fingern, verrät sie ihren Zustand: Sie knistert (zu trocken), gibt schwammig nach (zu feucht) oder federt elastisch zurück (in Form).
  2. Getrennt lagern. Neuzugänge kommen für ein bis zwei Wochen in einen eigenen Behälter, nicht sofort zum Bestand; sollte ein Käfer oder Schimmel mitgereist sein, bleibt der Schaden begrenzt.
  3. Feuchte angleichen, nicht erzwingen. Ausgetrocknete Zigarren holt man in Etappen zurück – zunächst ein Pack mit 62 Prozent, nach einigen Tagen 65, erst zum Schluss der gewohnte Wert des heimischen Humidors; wer sie direkt in feuchte Luft legt, riskiert gerissene Deckblätter. Zu feuchte Zigarren aus schwülem Klima kommen zu einem Pack mit niedrigem Sollwert.
  4. Bei Verdacht einfrieren. Zeigt eine Zigarre Löcher oder feinen Staub, wandert die ganze Charge im dicht verschlossenen Beutel für drei Tage in den Gefrierschrank, taut danach langsam im Kühlschrank auf und erst dann bei Raumtemperatur. Das tötet Eier, Larven und Käfer ab und schadet dem Tabak nicht.
  5. Ruhen lassen. Zwei bis vier Wochen im stabilen Klima gleichen Feuchte und Temperatur im Wickel aus; kubanische Zigarren aus dem feuchten Inselklima profitieren von der längeren Frist. Erst dann lohnt die erste Verkostung.
  6. Den Rest versorgen. Pfeifentabakdosen mit Kaufdatum beschriften, angebrochene Beutel in Gläser umfüllen, Pfeifen reinigen. Der Reisehumidor wird geleert, gelüftet und der Schaumstoff getrocknet, das Feuchtepack ersetzt, wenn es hart geworden ist.

Danach beginnt wieder der Alltag des Humidors, mit dem Blick auf das Hygrometer und der Geduld, die den Unterschied zwischen einer Zigarre und einer guten Zigarre ausmacht. Die Begriffe, die einem auf Kisten und in Fachgeschäften begegnen – vom Vitola-Namen bis zum Garantiesiegel –, erklärt das Glossar; die Kultur hinter der kubanischen Zigarre findet man auf kubanischezigarren.org.

Quellen

  1. Luftfahrt-Bundesamt: Feuerzeuge, Streichhölzer und Gasbrenner im Passagiergepäck – https://www.lba.de/DE/Luftfahrtunternehmen/Gefahrgut/Passagierinformation/Passagiergepaeck/Feuerzeuge_etc/Feuerzeug_etc_node.html
  2. Luftfahrt-Bundesamt: Lichtbogen-Feuerzeuge im Passagiergepäck – https://www.lba.de/DE/Luftfahrtunternehmen/Gefahrgut/Passagierinformation/Passagiergepaeck/Lichtbogen_Feuerzeug.html
  3. Ihr Europa (Europäische Union): Alkohol, Tabak und Bargeld mitführen – Frei- und Richtmengen – https://europa.eu/youreurope/citizens/travel/carry/alcohol-tobacco-cash/index_de.htm
  4. Habano – Wikipedia (deutsch) – https://de.wikipedia.org/wiki/Habano
  5. Habanos S.A.: Marks of distinction – Garantiesiegel, Bodenstempel und Echtheitsmerkmale (englisch) – https://www.habanos.com/en/marks-of-distinction/

Häufige Fragen

Darf ein Feuerzeug mit ins Flugzeug?

Ein einzelnes Gas- oder Einwegfeuerzeug ja – dem Wortlaut der Vorschriften nach am Körper getragen, also in der Hosen- oder Jackentasche, weder in der Handgepäcktasche noch im aufgegebenen Koffer. Jet-Feuerzeuge mit blauer Flamme, Nachfüllgas und Feuerzeugbenzin sind an Bord in jeder Form verboten. Statt des Feuerzeugs darf alternativ eine kleine Schachtel Sicherheitsstreichhölzer am Körper mitreisen, nicht beides zusammen.

Kommt der Zigarrencutter durch die Sicherheitskontrolle?

In der EU sind kurze Klingen im Handgepäck nicht grundsätzlich verboten, die Entscheidung liegt aber beim Personal an der Kontrolle. Wer den Cutter nicht verlieren möchte, packt ihn ins aufgegebene Gepäck oder nimmt fürs Handgepäck einen Punch, dessen Klinge in der Kappe verschwindet.

Wie viele Zigarren darf man aus dem Urlaub mitbringen?

Aus einem Drittland – dazu zählen auch die Schweiz, Großbritannien und die Kanarischen Inseln – sind es für Reisende ab 17 Jahren in der Größenordnung von 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauchtabak, anteilig kombinierbar. Innerhalb der EU gelten Richtmengen von 200 Zigarren und einem Kilogramm Rauchtabak für den Eigenbedarf. Die genauen Regeln erläutert die Seite Recht & Steuer, maßgeblich sind die aktuellen Auskünfte des Zolls.

Woran erkennt man gefälschte kubanische Zigarren?

Am Verkaufsweg und am Preis: Angebote auf der Straße oder zum Bruchteil des Ladenpreises sind Fälschungen. Echte Kisten tragen das Garantiesiegel mit Hologramm und Barcode, das Habanos-Siegel und den Stempel mit Fabrikcode und Datum auf dem Boden; Cohiba in Glasdeckelkisten hat es nie gegeben. Der Kaufbeleg aus dem staatlichen Handel gehört zur Kiste.

Wie lange sollten Zigarren nach der Reise ruhen?

Zwei bis vier Wochen im stabilen Klima, anfangs getrennt vom übrigen Bestand. Trockene Zigarren holt man stufenweise zurück – erst mit einem Pack von 62, dann von 65 Prozent und zuletzt beim gewohnten Wert des Humidors –, zu feuchte kommen zu einem Pack mit niedrigem Sollwert. Erst wenn sich die Feuchte im Wickel gleichmäßig verteilt hat, brennt die Zigarre wieder so, wie sie soll.